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  • Corona: Weltwirtschaft könnte sich 2021 etwas erholen – Konjunkturprognosen angehoben

IWF-Konjunkturprognose für 2021: Weltwirtschaft kommt wieder in Fahrt

  • In diesem Jahr könnte sich die Weltwirtschaft ein Stück weit von der Corona-Krise erholen.
  • Der Währungsfonds und die Vereintem Nationen haben ihre Konjunkturprognosen für 2021 angehoben.
  • Für Deutschland rechnen die beiden Organisationen mit einem Plus von 3,5 Prozent.
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Es geht wieder aufwärts. Davon gehen der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Vereinten Nationen aus. Obwohl das Coronavirus noch längst nicht besiegt ist, erwarten beide Organisationen ein kräftiges Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr. Allerdings dürfte die Erholung auch in den reichen Industrienationen höchst unterschiedlich ausfallen.

Vorkrisenniveau wird 2021 noch nicht erreicht

Für Deutschland prognostizieren die Experten des IWF im am Dienstag vorgelegten World Economic Outlook ein Plus von 3,5 Prozent für 2021. Im Jahr 2022 soll es sich dann auf 3,1 Prozent abschwächen. Damit trauen die Volkswirte der bundesrepublikanischen Ökonomie weniger zu als noch im Herbst 2020. Das ist auch bei anderen großen europäischen Ländern ähnlich – wobei für Italien die Wachstumserwartungen extrem stark nach unten korrigiert wurden. Wohl und Wehe hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab und davon, wie die Regierungen dagegen vorgehen.

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Der positive Faktor sind die Impfungen. Deshalb erwartet der Währungsfonds ein Plus der globalen Wirtschaftsleistung in diesem Jahr von sogar 5,5 Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als noch im vorigen Oktober. Die UN gehen es etwas weniger forsch an und prognostizieren ein Plus von 4,7 Prozent. Einig sind sich beide Organisationen, dass der Alte Kontinent das Vorkrisenniveau in diesem Jahr noch nicht erreichen wird. Auch weil als Negativfaktor die zweite Corona-Welle nebst Lockdowns durchschlagen werde.

Konjunkturpaket beflügelt Wachstumsprognose der USA

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China wird hingegen einvernehmlich zur globalen Wachstumslokomotive erklärt (IWF: plus 8,1 Prozent, UN: plus 7,2 Prozent). Grund sind die extrem heftigen Beschränkungen für Bürger und Unternehmen zur Bekämpfung der Seuche, was ein schnelles Hochfahren der Wirtschaft ermöglichte. Und das alles mit positiven Effekten für zahlreiche Schwellenländer – nämlich da, wo die Chinesen ihren heftigen Hunger nach Rohstoffen befriedigen, sagen die Wirtschaftsbeobachter der UN voraus.

Unter der Rubrik Comeback werden die USA geführt, deren Wachstumsprognose für 2021 der IWF um ganze zwei Prozentpunkte auf 5,1 Prozent hochgestuft hat. Der spürbare ökonomische Schwung in der zweiten Jahreshälfte sei maßgeblich, hinzu kämen die Billionen Dollar eines angekündigten Konjunkturpakets.

IWF: Politik muss Wirtschaft ankurbeln

In diesem Stil muss es aus Sicht der IWF-Experten weitergehen. Die Politik müsse der Wirtschaft effizient auf die Beine helfen, und zwar so, dass alle davon profitierten. Das ist den Ökonomen besonders wichtig. Denn unter den Covid-Folgen würden besonders Frauen, junge Menschen, Arme, informell Beschäftigte und Arbeitnehmer in „kontaktintensiven Berufen“ wie in der Gastronomie leiden.

Der Währungsfonds macht aber auch darauf aufmerksam, dass der Wiederaufbau höchst unterschiedlich in den einzelnen Ländern ausfalle. Dabei spiele nicht nur die Qualität der Gesundheitssysteme eine Rolle, auch die „strukturellen Charakteristiken“ zu Beginn einer Krise kämen nun deutlich zum Tragen.

Genau die hat die Bertelsmann-Stiftung in einer ebenfalls am Dienstag vorgelegten Studie für Europa und die übrigen reichen Industrieländer der OECD analysiert. In mehr als einem Drittel der 41 Länder ist das Armutsrisiko besonders für junge Menschen in den vergangenen Jahren gestiegen, durch Corona werde dieser Trend noch verstärkt. Und vielfach hat sich die Fähigkeit von Regierungen verringert, Entwicklungen effektiv zu steuern. In einer Mehrheit von 26 Staaten sei es zu Stillstand oder weiteren Verschlechterungen gekommen.

Als ein weiteres großes Manko haben die Autoren herausgearbeitet, dass es nur in sehr wenigen Industriestaaten gelungen sei, die dynamische Wirtschaftsentwicklung vor der Krise „mit Fortschritten für eine effektivere Schonung der natürlichen Ressourcen und beim Klimaschutz“ zu verbinden. Lediglich in den nordischen Ländern und in der Schweiz habe sich hier Nennenswertes getan. Für Deutschland gibt es hingegen einen Rüffel: Zwischen 2014 und 2020 habe sich die Umweltbilanz verschlechtert.

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