Corona: Viele Friseure arbeiten in Schwarzarbeit, um zu überleben

  • Inhaber von Friseursalons leiden stark unter dem Corona-Lockdown.
  • Deswegen ist die Schwarzarbeit in dem Handwerk zwischenzeitlich zu einem größeren Problem geworden.
  • Damit Betriebe planen können, schlägt der Handwerkspräsident ein bundesweites Ampel-System für Corona-Entscheidungen vor.
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Berlin. Friseure schlagen Alarm angesichts des wochenlangen Lockdowns. „Für die Inhaber der 80.000 Salons ist die wirtschaftliche Situation zum Teil dramatisch“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller, der Deutschen Presse-Agentur vor den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer forderte einen klar nachvollziehbaren und epidemiologisch vertretbaren Öffnungsplan. Es gehe um das schiere Überleben sehr vieler Betriebe.

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Schwarzarbeit ist im Hinblick auf die Pandemiebekämpfung ein großes Problem

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„Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Pandemiebekämpfung ist die Schwarzarbeit in unserem Handwerk zwischenzeitlich zu einem wohl echten Problem geworden“, sagte Müller. Der Zentralverband betone deshalb mit Nachdruck, dass Friseurdienstleistungen nur in professionellen Salons sicher sein könnten. Die Friseursalons mussten Mitte Dezember schließen. Die Stimmung sei überaus angespannt, so Müller. „Die 240.000 Friseure hoffen natürlich auf den Re-Start des Friseurhandwerks zum 15. Februar.“

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Bayern: Friseure klagen gegen Schließungen
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Der Protest bayerischer Friseure gegen die Schließung ihrer Salons nimmt weiter zu - jetzt wird geklagt.  © dpa

Handwerkspräsident Wollseifer sagte der dpa: „Damit Betriebe planen können und eine Perspektive erhalten, sollte endlich ein bundesweites Ampel-System für Corona-Entscheidungen nach regionaler Inzidenz in Kraft treten.“ Ein Öffnungsplan müsse eindeutige Voraussetzungen festlegen, unter denen Betriebe wieder arbeiten könnten. „Wir fordern die schnellstmögliche Öffnung besonders der direkt von Schließungen betroffenen Handwerksbetriebe, die mit ausgeklügelten Hygienekonzepten ihrer epidemiologischen Verantwortung in jedem Fall Rechnung tragen.“

Ohne Liquiditätshilfen droht eine Pleitewelle

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Außerdem müssten, wie von der Politik versprochen, Liquiditätshilfen deutlich schneller ausgezahlt werden, damit die Betriebe die akute Lockdown-Phase überhaupt überstehen. „Wenn das nicht passiert, droht eine Pleitewelle in vielen Gewerken des Handwerks wie bei Friseuren, Kosmetikern, Messebauern und anderen.“ Bei einem großen Teil der Betriebe sei bisher nicht ein einziger Euro der versprochenen Hilfsgelder angekommen. Der zweite Lockdown habe viele Betriebe bis ins Mark erschüttert, Reserven seien aufgezehrt, teils sei bereits die eigene private Altersvorsorge eingesetzt worden.

Gebildet hat sich nach Angaben der Firma Wild Beauty inzwischen eine Bewegung „Friseure in Not“. In allen Bundesländern hätten Friseure Eilanträge bei den Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten eingereicht, um gerichtlich überprüfen zu lassen, ob die Schließung der Friseursalons rechtlich einwandfrei ist.

RND/dpa

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