Corona und Tourismus: Die Tui-Rettung war der einfache Part

  • Der weltgrößte Tourismuskonzern Tui erhält einen staatlichen Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro.
  • Ob das Unternehmen tatsächlich gerettet werden kann, ist noch unklar – doch Tui hat gute Karten.
  • Die Corona-Pandemie ist für andere Reiseunternehmen ein größeres Problem, meint RND-Autor Frank-Thomas Wenzel.
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Hannover. Aktienanalysten gehen davon aus, dass der weltgrößte Tourismuskonzern Tui die Corona-Krise dank staatlicher Hilfen überstehen kann. Das bedeutet auch, dass es schiefgehen kann. Das zeigt, wie es um die gesamte Branche steht. Tui war eines der gesündesten Touristikunternehmen. Jetzt ist in diesem Sektor gar nichts mehr gesund.

Corona-Pandemie für Reiseunternehmen die größte anzunehmende Katastrophe

Das Reisegeschäft wird in diesem Sommer zu großen Teilen ausfallen, und davon sind Reisebüros, Veranstalter, Hoteliers, Airlines, Mietwagenanbieter, Restaurantbesitzer und viele mehr abhängig. Die Corona-Pandemie ist für die Reiseunternehmen die größte anzunehmende Katastrophe.

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Und es trifft eine Branche, die sich durch eine Besonderheit auszeichnet. Finanziell ist fast alles auf Kante genäht. Je kleiner das Unternehmen, umso prekärer ist die Lage. Hotels etwa verdienen vielfach gar kein Geld. Sie halten sich mit ihren Einnahmen über Wasser, solange sie einigermaßen regelmäßig fließen. Versiegt der Geldfluss, wird es sehr eng, da es keinerlei finanzielles Polster gibt.

Tui kann gerettet werden - doch bei kleinen Reiseunternehmen wird es schwieriger

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Politiker bemühen sich allenthalben nach Kräften, die Firmen finanziell zu stützen. Es sind bislang aber nur Nothilfen für ein paar Monate. Doch die Krise wird weit über das Jahr 2020 hinaus anhalten. Auf Politiker kommen harte Entscheidungen zu: Eine Art Triage bei der Rettung von Unternehmen. Wen muss man retten und wem kann man nicht mehr helfen?

Tui hat tatsächlich gute Karten. Allein schon deshalb, weil das Unternehmen eine enorm wichtige Rolle für die gesamte Branche spielt. Viel schwerer wird es, den Tourismus in strukturschwachen Regionen zu retten. Etwa in der Sächsischen Schweiz oder in Mecklenburg-Vorpommern. Wenn hier Hotels reihenweise pleitegehen, wird eine mühsam aufgebaute touristische Infrastruktur vielleicht unwiederbringlich zerstört.

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