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  • Corona: Um Stromversorgung zu sichern gehen Eon-Mitarbeiter freiwillig in Quarantäne

Um Stromversorgung zu sichern: Eon-Mitarbeiter lassen sich freiwillig kasernieren

  • Um die Stromversorgung zu sichern, greifen Eon-Mitarbeiter offenbar zu drastischen Maßnahmen.
  • Sie begeben sich freiwillig in eine Art Quarantäne, um nicht angesteckt zu werden.
  • Von Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen gibt es dafür viel Lob.
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Essen. Der Energiekonzern Eon setzt angesichts des Coronavirus auf radikale Maßnahmen, um eine Gefährdung der Stromversorgung auszuschließen. Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2019 kündigte EON-Vorstandschef Johannes Teyssen an, dass sich Mitarbeiter demnächst in eine Art freiwillige Quarantäne begeben würden - nah bei ihren Arbeitsplätzen und womöglich ohne Kontakt zur Außenwelt. “Wir versorgen 50 Millionen Haushalte mit Strom, Gas und Wärme”, betonte Teyssen. Eon werde dieser Verantwortung gerecht werden und die Versorgung sichern.

Zum Schutz vor einer Infektion würden beispielsweise die Teams in den Netzzentralen voneinander getrennt. Dort seien die Mitarbeiter sogar bereit, “unter kasernierungsartigen Lösungen zu leben und zu arbeiten”, sagte Teyssen weiter. Wie die “Welt” berichtet, lobte Teyssen bei der Gelegenheit die Mitarbeiter: “Für die wird es jetzt nicht angenehm”, erklärte er demnach. Doch „unsere Mitarbeiter fragen nicht zuerst, ob sie Homeoffice machen dürfen, sondern wo sie gebraucht werden.“

Eon trifft die Krise nicht so hart

Bei der Präsentation der Zahlen für das vergangene Jahr zeigte sich der Vorstandschef außerdem optimistisch, was die Folgen der Corona-Krise anbelangt: Das neue Geschäftsmodell mit der Konzentration auf Energienetze und das Kundengeschäft sei “besonders widerstandsfähig”, erklärte er. Eon werde den Einbruch deshalb “besser meistern, als die meisten anderen Energieunternehmen und Industriesektoren”.

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Die beiden Energieriesen Eon und RWE haben Innogy unter sich aufgeteilt. Eon behält nach Abschluss der kompletten Transaktion das Netz- und das Endkundengeschäft. RWE bekommt die erneuerbaren Energien von Eon und Innogy. Die Geschäfte von Innogy sind seit September in der Eon-Bilanz enthalten. Der Konzernumsatz ist vor allem durch die Übernahme um mehr als 10 Milliarden Euro auf 41,5 Milliarden Euro gestiegen. Trotz Corona-Krise will Eon seinen Gewinn im laufenden Jahr steigern.

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Eon werde aber in der Bilanz “die eine oder andere Auswirkung und Bremsspur der Corona-Krise im laufenden Jahr sehen”, sagte Teyssen. Im vom Staat regulierten Netzgeschäft, das rund 80 Prozent der Eon-Erträge bringe, glichen sich Einnahmerückgänge aber später wieder aus. Rückgänge beim Stromverkauf an die Industrie fielen bei Eon nicht stark ins Gewicht, da weniger als 2 Prozent des gesamten Konzernergebnisses aus Energielieferung an Geschäftskunden stamme, sagte Finanzchef Marc Spieker. Eon gehe zudem davon aus, dassNachfrage der Privathaushalte während der Krise steigen werde.

RND/dpa/hö

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