• Startseite
  • Wirtschaft
  • Corona-Überbrückungshilfe für Studenten bis März 2021 verlängert: So viel Geld wird ausgezahlt

Corona-Nothilfe für Studierende bis März 2021 verlängert

  • Studierende, die wegen der Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten sind, können für das gesamte Wintersemester 2020/21 sogenannte Überbrückungshilfen beantragen.
  • Je nach finanzieller Situation können sie 100 bis 500 Euro bekommen – die sie nicht zurückzahlen müssen.
  • Aber Achtung, der Antrag muss jeden Monat neu gestellt werden.
|
Anzeige
Anzeige

Viele Studierende sind in der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Etwa, weil der Nebenjob in einer Bar oder einem Restaurant weggefallen ist oder weil die Eltern sie nicht mehr unterstützen können. Um diesen Studierenden zu helfen, hatte das Bundesbildungsministerium schon von Juni bis September sogenannte Überbrückungshilfen gewährt. Insgesamt wurden sie mehr als 155.000-mal zugesagt. Mit dem erneuten Corona-Lockdown hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek die Hilfen nun verlängert – nach neuestem Stand bis zum Ende des Wintersemesters 2020/21 im März nächsten Jahres.

Wie viel Geld können Studierende bekommen?

Studierende können einen monatlichen Zuschuss von 100 bis 500 Euro bekommen, den sie nicht zurückzahlen müssen. Wie viel Geld ausgezahlt wird, richtet sich nach der finanziellen Notlage – und die macht das Bildungsministerium anhand des aktuellen Kontostands aus.

Anzeige
Kontostand Zuschuss
weniger als 100 € 500 €
zwischen 100 € und 199,99 € 400 €
zwischen 200 € und 299,99 € 300 €
zwischen 300 € und 399,99 € 200 €
zwischen 400 € und 499,99 € 100 €

Entscheidend ist der Kontostand am letzten Banktag vor der Antragstellung. Für Anträge, die also zum Beispiel am Montag, den 21. Dezember 2020 gestellt werden, ist der Kontostand vom Freitag, den 18. Dezember relevant. Zum Nachweis müssen Studierende die Kontoauszüge aller ihrer Konten einreichen, auf die sie kurzfristig zugreifen können. Auch Onlinekonten, beispielsweise bei Comdirect oder bei Zahlungsdienstleistern wie Paypal müssen angegeben werden, wenn sich darauf kurzfristig verfügbares Guthaben befindet.

Ausgenommen sind Sparverträge wie zum Beispiel Bausparverträge oder sonstige Konten, auf die kein kurzfristiger Zugriff möglich ist – etwa Mietkautionskonten, sonstige Sperrkonten oder Treuhandkonten.

Wer kann die Nothilfe bekommen?

Das Angebot richtet sich an Studierende, die sich pandemiebedingt in einer finanziellen Notlage befinden. Diese muss nachgewiesen werden – allerdings reicht neuerdings in vielen Fällen eine Selbsterklärung. In einer solchen Notlage können Studierende laut Bildungsministerium zum Beispiel sein, weil:

  • ihr Nebenjob weggebrochen ist,
  • sie bisher keinen (neuen) Nebenjob finden konnten,
  • ihre Aufträge (bei selbstständiger Tätigkeit) weggebrochen sind,
  • oder die Unterstützung ihrer Eltern pandemiebedingt nicht mehr möglich ist.

Alle Studierenden, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland immatrikuliert und nicht beurlaubt sind und die in Deutschland wohnen, können einen Antrag stellen. Das Angebot gilt für Studierende aus dem In- und Ausland, eine Altersbegrenzung gibt es nicht.

Nicht antragsberechtigt sind allerdings Studierende bei denen ein Studium im Rahmen eines Arbeits- oder Dienstverhältnisses die Regel ist – zum Beispiel an Verwaltungsfachhochschulen oder Bundeswehruniversitäten sowie im berufsbegleitenden oder dualem Studium. Das Gleiche gilt für Gasthörer.

Die Pandemie und wir Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.
Anzeige

Wie funktioniert die Antragstellung?

Die Anträge müssen online über das Portal www.überbrückungshilfe-studierende.de gestellt werden. Zuständig für die Bearbeitung sind dann die 57 regionalen Studierenden- und Studentenwerke. Hochgeladen werden müssen

  • die Immatrikulationsbescheinigung
  • der Personalausweis oder ein gleichwertiger Identitätsnachweis, zum Beispiel Reisepass mit Meldebescheinigung
  • eine Bankverbindung in Deutschland
  • die Belege für eine pandemiebedingte Notlage
  • die Kontoauszüge für den Vormonat der Antragstellung und für den Antragsmonat bis zum Vortag der Antragstellung (bzw. letzter Banktag). Hierbei ist zu beachten, dass der Kontoauszug keine Schwärzungen enthalten darf.

Seit dem 20. November ist die Beantragung auf dem Portal wieder möglich. Studierende müssen die Überbrückungshilfe für jeden Monat neu beantragen und zwar jeweils bis zum letzten Tag des Monats. Wurde der Antrag am 30. November 2020 gestellt, gilt er also für den November 2020.

Wie weise ich meine finanzielle Notlage nach?

Der klassische Weg wäre der Nachweis einer Kündigung, im Idealfall aus dem jetzigen oder den beiden vorangegangenen Monaten. Ausnahmsweise kann auch eine Kündigung aus dem ersten Shutdown akzeptiert werden, wenn gleichzeitig zwei neuere Bewerbungsschreiben als Zeichen der Bemühung vorgelegt werden, heißt es auf der Internetseite des Bildungsministeriums. Das gleiche gilt für einen Nachweis über das Ruhen des Arbeitsverhältnisses. Auch ein Arbeitsvertrag und eine Selbsterklärung, dass der Vertrag pandemiebedingt nicht verlängert wurde, kann die Notlage nachweisen.

Anzeige

Das Bildungsministerium erkennt aber an, dass nicht alle Gründe für eine finanzielle Notlage mit Unterlagen dokumentiert werden können. Daher wurde die Möglichkeit der Selbsterklärung im November noch mal ausgeweitet. So können Studierende im Ausnahmefall auch das Ende einer Beschäftigung durch eine Selbsterklärung nachweisen.

Gleiches gilt für Studierende, deren Unterhaltszahlungen durch die Eltern weggefallen sind. In einer Selbsterklärung muss dann unter anderem stehen, in welcher Höhe wann und bis wann Unterhaltszahlungen stattgefunden haben – und warum sie nun wegfallen oder gekürzt wurden. Bei einer Kürzung verlangt das Ministerium zudem die Höhe der aktuellen Unterhaltszahlung.

Auch wenn pandemiebedingt selbstständige Arbeit wegfällt, kann eine Selbsterklärung als Nachweis ausreichen.

Was ist mit Studierenden, die Bafög bekommen?

Auch sie können antragsberechtigt sein – nämlich dann, wenn das Bafög nur einen Teil des Lebensunterhalts ausmacht und ein anderer weggebrochen ist. Wenn Überbrückungshilfen bewilligt werden, mindert das umgekehrt auch nicht das Bafög. Die Hilfen sind nicht als Einkommen im Sinne des Bafög zu betrachten, heißt es in einer Übersicht des Studentenwerks.

Muss ich jeden Monat einen neuen Antrag stellen?

Ja, Studierende müssen aber nicht alle Dokumente noch einmal hochladen. Bei der ersten Antragsstellung erhalten sie Zugangsdaten, mit denen sie sich im nächsten Monat wieder einloggen können. Die eingereichten Dokumente sind dort hinterlegt. Neu hochgeladen werden muss in jedem Fall ein aktueller Kontoauszug.

Welche Möglichkeiten haben Studierende noch?

Studierende können außerdem einen Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen – maximal 650 Euro im Monat sind möglich. Der Kredit wird unabhängig vom eigenen Einkommen und dem der Eltern gewährt. Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Kredit bis zum Ende des Jahres 2021 zinsfrei. Diese vorübergehende Zinsfreiheit gilt auch für die Studierenden, die bereits einen solchen Studienkredit in Anspruch nehmen. Der Kredit steht Studierenden aller staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland im Alter von 18 bis 44 Jahren zur Verfügung. In diesem Merkblatt hat die KfW alle Details aufgelistet.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen