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AOK-Studie: Erzieher und Betreuer am häufigsten an Corona erkrankt

  • Die Angst vor der Ansteckung am Arbeitsplatz treibt viele Beschäftigte um.
  • AOK-Daten zeigen nun, dass vor allem Erziehungs- und Pflegeberufe ein hohes Infektionsrisiko tragen.
  • Die Daten sind zwar nicht repräsentativ, deuten aber doch auf einen Trend hin.
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Wer beruflich mit Kindern arbeitet, hat entlang von Daten der AOK das höchste Risiko wegen einer Corona-Infektion krankgeschrieben zu werden. Auf 100.000 Beschäftigte kommen in der Kinderbetreuung 2.672 Corona-Erkrankungen, teilte die Krankenkasse nach einer Auswertung von Versichertendaten mit. Ebenfalls stark durch das Coronavirus gefährdet sind demnach medizinische Fachangestellte und Arbeitnehmer in weiteren Pflegeberufen.

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Arbeitskräfte mit Präsenzpflicht häufiger erkrankt

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Grundlage der Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) waren die Daten von 13,2 Millionen AOK-Versicherten bis Ende November. Die Einschätzungen sind letztendlich nicht repräsentativ für ganz Deutschland – doch aus den 155.610 Krankschreibungen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose lässt sich aus Sicht des Wido durchaus ein Trend ableiten: „Beschäftigtengruppen, die in der Pandemie weiter am Arbeitsplatz präsent sein mussten und nicht ins Homeoffice gehen konnten, sind im bisherigen Verlauf der Pandemie stärker von Covid-19 betroffen“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des Instituts.

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Das verdeutlicht ein Blick auf die Top Ten der in Corona-Zeiten gefährlichsten Berufe: Auf Platz zwei hinter den Erziehungsberufen folgen medizinische Fachangestellte mit 2469 Infektionen je 100.000 Beschäftigte, Platz drei belegen Ergotherapeuten mit 2221 Infektionen je 100.000 Beschäftigte. Danach folgen mit etwas geringeren Zahlen zahnmedizinische Angestellte sowie verschiedene Arten von Pflegerinnen und Pflegern sowohl in Krankenhäusern als auch in der Altenpflege.

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Frauen häufiger betroffen als Männer

Insgesamt war in vielen gefährdeten Berufen das Risiko wegen einer Corona-Infektion auszufallen fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Dass in vielen besonders gefährdeten Berufen überwiegend Frauen arbeiten, schlägt sich auch in der Gesamtauswertung nieder: Auf 100.000 AOK-versicherte Frauen kommen 1378 Krankschreibungen. Bei Männern lag der Wert mit 1031 Krankschreibungen etwa ein Viertel niedriger.

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Abseits von statistischen Verzerrungen, die laut Wido aus der zeitweisen Stilllegung einzelner Branchen resultieren, gibt die Statistik auch Aufschlüsse über vergleichsweise sichere Jobs: Geringe Fallzahlen weisen im Vergleich Tätigkeiten auf, in denen weniger Kontakt zu anderen Menschen besteht. Berufskraftfahrer etwa kamen auf nur 646 Krankschreibungen je 100.000 Versicherte, das überwiegend von zu Hause arbeitende Lehrpersonal an Hochschulen auf 483. Auch die Arbeit an der frischen Luft reduziert offenbar Risiken: Zu den sichersten Berufen zählen der Auswertung zufolge mehrere Tätigkeiten aus dem Bausektor sowie die Landwirtschaft: Auf 100.000 dort Beschäftigte kamen laut den AOK-Daten 274 Krankschreibungen.


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