Ansturm auf Corona-Schnelltests bei Aldi und Lidl

  • Der Verkaufsstart von Corona-Antigentests beim Discounter Aldi war schon nach kurzer Zeit wieder beendet.
  • Schon am frühen Morgen hatten Menschen vor den Filialen Schlange gestanden, um ein Set der begehrten Tests zu erwerben.
  • Da die Filialen der Unternehmensgruppen Aldi Nord und Aldi Süd nur wenige Exemplare der Testpakete vorrätig hatten, hieß es nur Minuten später: ausverkauft.
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Der Discounter Aldi hat am Samstagmorgen mit dem Verkauf von Corona-Schnelltests begonnen. Aufgrund des großen Andrangs und der geringen Stückzahlen an Testpaketen pro Filiale hieß es sowohl bei Aldi Nord wie bei Aldi Süd bereits nach kurzer Zeit: ausverkauft. Die als Aktionsware an der Kasse verkauften Pakete zum Preis von 24,99 Euro enthalten je fünf Antigenselbsttests. Die Abgabe war auf eine Packung pro Person begrenzt. Ein Aldi-Sprecher sagte dpa, mehr Ware sei unterwegs.

„Weitere Artikel sind bereits unterwegs“

In Kiel waren nach Angaben der „Kieler Nachrichten“ die Tests in der ganzen Stadt schon nach fünf Minuten ausverkauft. „Leider ist der Artikel Corona-Selbsttest aktuell nicht mehr erhältlich. Weitere Artikel sind bereits unterwegs“, stand auf einem Plakat, das eine Filiale bereits um 08.15 Uhr aufhängte.

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Auch in Lübeck waren die Tests nach wenigen Minuten vergriffen, wie die „Lübecker Nachrichten“ berichteten.

Ähnlich schnell ging es in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. In der Filiale in der Potsdamer Straße im Stadtteil Bornstedt gab es bereits um 07.15 keine Schnelltests mehr. Laut der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ gab es nur sehr wenig Tests pro Filiale. Eine Kassiererin von einem anderen Aldi-Standort berichtete, sie habe nicht schlecht gestaunt, als sie den Karton mit den Tests geöffnet habe. Ganze elf Packungen seien darin gewesen.

Auch in Leipzig war das Bild das gleiche. Die „Leipziger Volkszeitung“ schildert stellvertretend für die Lage im ganzen Land eine Szene aus der Filiale Elsterstraße in der sächsischen Metropole: „Und dann geht alles ganz schnell: Kaum ist aufgeschlossen, bilden sich an zwei sofort besetzten Kassen, wo die Tests ausgegeben werden, Schlangen – kein Einziger geht in den Verkaufsraum, um andere Ware zu holen. Die Fünferpackung kostet 25 Euro, jede Person bekommt ein Exemplar. Nach nur fünf Minuten klebt eine Verkäuferin einen Ausdruck ans Schaufenster: In dieser Filiale ist nichts mehr zu holen.“

Nach einer Minute war alles weg

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In der Universitätsstadt Göttingen müssen an diesem Samstag auch die Studenten früh aufgestanden sein. Denn in einer Filiale war bereits eine Minute nach Öffnung Schluss. Das „Göttinger Tageblatt“ berichtet: „Um 7 Uhr werden die Türen geöffnet. Ein Mitarbeiter bringt den Desinfektionsspender heraus, eine Mitarbeiterin begrüßt die Kunden. Sie sagt: ,Wer wegen der Tests gekommen ist, kann gleich an die Kasse gehen. Die ersten zehn Kunden, dann ist erst mal Schluss‘, sagt sie. In der Reihe stehen genau zehn Menschen. Die Mitarbeiterin hat ein Blatt Papier in der Hand. Das klebt sie an die Scheibe neben der Tür. Darauf ist zu lesen: ,Der Artikel ‚Corona-Schnelltest‘ ist leider in dieser Filiale ausverkauft.‘ Es ist 7.01 Uhr.“

Auch in Hannover war die Nachfrage wesentlich größer als die Bevorratung in den Filialen. Nach Angaben der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ bildeten sich vor den Märkten „ungewöhnlich lange Schlangen“.

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Lidl-Onlineshop bricht zusammen

Nach der Ankündigung des Discounters Lidl, die Tests auch online anzubieten, war am Samstagvormittag zwischenzeitlich deren Shop nicht erreichbar.

Nicht erreichbar: Website des Lidl-Shops am Samstagvormittag. © Quelle: Daniel Killy/Screenshot RND

„Unsere Webseite ist derzeit nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut“, war über Stunden auf der Website zu lesen. Der Konzern aus Neckarsulm teilte auf Anfrage mit: „Aufgrund des aktuell hohen Besucheraufkommens in unserem Onlineshop sind die Zugriffe teilweise kurzzeitig eingeschränkt.“ Lidl bat seine Kunden um Entschuldigung.

Im Onlineshop wird die Fünferpackung für den Privatgebrauch für 21,99 Euro angeboten. Wie bei allen für Laien zugelassenen Produkten wird der Abstrich im vorderen Nasenbereich genommen. Nach etwa einer Viertelstunde liefert der Antigentest das Ergebnis. Das Produkt soll künftig auch in den Lidl-Filialen angeboten werden.

Zahlreiche Kunden warten auf die Öffnung einer Filiale von Aldi im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Kurz nach Öffnung waren die Tests schon vergriffen. © Quelle: Haller/dpa

Auch bei Rewe und Edeka soll es bald Corona-Schnelltests geben. Die Drogeriediscounter Rossmann und dm planen den Verkaufsstart für den 9. März. Zudem sollen die Schnelltests bundesweit auch bald in Apotheken erhältlich sein.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte am 24. Februar die ersten Sonderzulassungen für Tests zur Eigenanwendung durch Laien erteilt. Bislang gibt es sieben Sonderzulassungen. Den regulären Weg, Medizinprodukte auf den Markt zu bringen, stellt die CE-Kennzeichnung durch Zertifizierungsstellen dar. Das Bundesinstitut geht davon aus, dass Hersteller auch den regulären Weg nutzen werden.

RND/dk/dpa

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