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  • Corona-Regeln im Restaurant und beim Friseur: 3G, 2G und 2G+ - was gilt aktuell?

3G, 2G und 2G plus: Das gilt jetzt für den Restaurant- und Friseurbesuch

  • Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann derzeit kein Restaurant mehr besuchen.
  • Steigt die sogenannte Hospitalisierungsrate weiter, können die Bundesländer auch von Geimpften und Genesenen zusätzlich einen Corona-Test verlangen (2G plus).
  • Bei Friseuren machen manche Bundesländer Ausnahmen.
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Die Corona-Pandemie hat Deutschland weiter fest im Griff. Jeden Tag steigt die Sieben-Tage-Inzidenz auf einen neuen Höchststand, die Krankenhäuser sind zunehmend von Covid-Patienten belegt, viele von ihnen müssen intensivmedizinisch betreut und beatmet werden. Dennoch soll es einen bundesweiten Lockdown wie im vergangenen Winter nicht mehr geben.

Stattdessen hat sich die Bund-Länder-Konferenz in der vergangenen Woche auf 2G- und 2G-plus-Maßnahmen geeinigt, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Die Gastronomie und das Friseurhandwerk ächzen unter diesen neuen Corona-Maßnahmen – denn sie bedeuten für die sowieso schon angeschlagenen Betriebe erneut weniger Kunden.

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2G ab Hospitalisierungsrate von 3

Der Bund-Länder-Beschluss nimmt die Hospitalisierungsrate als neue Kennzahl. Spätestens wenn sie über 3 steigt, sind demnach Restaurantbesuche nur noch unter 2G‑Bedingungen möglich, also ausschließlich für Geimpfte und Genesene. Den kritischen Wert überschreiten mittlerweile alle Bundesländer außer Hamburg und Niedersachsen, die 2G in Restaurants aber dennoch bereits eingeführt haben.

Auch sogenannte körpernahe Dienstleistungen stehen für Ungeimpfte ab einer Hospitalisierungsrate von 3 nicht mehr zur Verfügung. Ob dazu auch Friseure zählen, regeln die Bundesländer unterschiedlich. So ist beispielsweise in Nordrhein-Westfalen der Friseurbesuch noch unter 3G‑Bedingungen möglich, in Bayern und Sachsen dagegen nicht. Ausnahmen gibt es außerdem für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und für Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

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2G plus ab Hospitalisierungsrate von 6

Spätestens ab einer Hospitalisierungsrate von 6 sollen die Länder laut dem Bund-Länder-Beschluss 2G plus einführen. Das bedeutet, dass auch Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Dabei reicht kein Selbsttest, es muss ein offizieller Testnachweis von einem Testzentrum oder etwa von einer Apotheke sein.

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„Dies wird vor allem an Orten erfolgen, an denen das Infektionsrisiko aufgrund der Anzahl der Personen und der schwierigeren Einhaltung von Hygienemaßnahmen besonders hoch ist, insbesondere in Diskotheken, Clubs und Bars“, heißt es in dem Papier. In vielen Bundesländern gilt 2G plus auch im Restaurant und beim Friseur.

Schließungen ab Hospitalisierungsrate von 9

Spätestens wenn die Hospitalisierungsrate über 9 steigt, sollen die Bundesländer demnach weitere Schutzmaßnahmen treffen. In einigen Landkreisen Bayerns und Sachsens mussten infolgedessen schon wieder Gastronomiebetriebe ganz geschlossen werden.

Die Corona-Maßnahmen treffen das Gastgewerbe und die Friseurbranche hart. Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Guido Zöllick, spricht von massiven Umsatzeinbußen, die die Zukunft des Gastgewerbes gefährdeten.

Denn nicht nur Restaurantbesuche würden derzeit von vielen abgesagt. „Wegen der Infektionslage und der verschärften Zugangsregeln hagelt es auch Stornierungen von Veranstaltungen und Weihnachtsfeiern.“ Jedes zweite Event sei bereits gestrichen worden.

„2G befeuert Schwarzarbeit“

Auch die Präsidentin des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Manuela Härtelt-Dören, sieht die Betriebe in ihrer Existenz bedroht: „Die Einführung der flächendeckenden 2G‑Regel stellt für Friseursalons eine enorme Mehrbelastung dar, da sie das erneute Ausbleiben vieler Kundinnen und Kunden bedeutet.“

Härtelt-Dören kritisiert die Einführung der 2G‑Regelung außerdem, weil sie Schwarzarbeit befeuere. „Kundinnen und Kunden sind ausnahmslos in professionell geführten Salons sicher, denn nur dort werden Schutz- und Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Virus sicher eingehalten und kontrolliert.“

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In dieser schwierigen Lage verlangt Dehoga-Präsident Zöllick von der Politik eine Unterstützung, die über eine Verlängerung der Überbrückungshilfe III Plus hinausgeht. „Wir fordern ein Rettungspaket, das die Verbesserung der Corona-Hilfen für alle betroffenen Unternehmen beinhaltet, die Fortgeltung aller Corona-Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld sowie die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung für Speisen mit Einbezug der Getränke.“

Wirtschaftshilfen bis März 2022 verlängert

Mit der Überbrückungshilfe III Plus unterstützt die Bundesregierung Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu 750 Millionen Euro im Jahr 2020, die in einem Monat des Förderzeitraums einen coronabedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben. Der Förderzeitraum wurde kürzlich bis März 2022 verlängert. Gleiches gilt für die erleichterten Regeln zum Kurzarbeitergeld. Noch bis Ende des Jahres gilt zudem der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent für Speisen in Restaurants.

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