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Corona-Preistreiberei: Amazon löscht tausende Artikel in Deutschland

Amazon hat ein Problem mit Corona-Preistreibern.

Amazon hat ein Problem mit Corona-Preistreibern.

Wer derzeit im Internet Atemschutzmasken oder Desinfektionsmittel kaufen will, sollte vorsichtig sein: An verschiedenen Stellen tauchen immer wieder Angebote mit völlig überzogenen Preisen auf. So verlangte kürzlich auf Amazon-Marketplace ein Händler 119,95 Euro für ein kleines Fläschchen Sagrotan-Desinfektionsmittel. Es sind offensichtliche Versuche, in Zeiten des Coronavirus den großen Reibach zu machen.

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Bei Amazon in Deutschland weiß man um das Problem, wie ein Sprecher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland bestätigte: “Wir haben im Einklang mit unseren langjährigen Verkaufsrichtlinien kürzlich Zehntausende von Angeboten gesperrt oder entfernt.”

“Wir sind enttäuscht über unlautere Versuche, in einer globalen Gesundheitskrise die Preise für Produkte des Grundbedarfs künstlich zu erhöhen”, sagte der Sprecher von Amazon in Deutschland außerdem. Er kündigte an, dass Amazon weiterhin entsprechende Angebote entfernen würde, auch das Sagrotan-Fläschchen ist mittlerweile wieder gelöscht.

Keine Wucherei, sagen Verbraucherschützer

Doch losgelöst von einzelnen Angeboten steigen die Preise für viele Hygieneprodukte und Schutzmaßnahmen bei vielen Onlineshops ohnehin. Gängige Desinfektionsmittel legten – wie eine nicht-repräsentative Stichprobe auf dem Vergleichsportal Idealo zeigt – im Durchschnitt um etwa 40 Prozent im Laufe einer Woche zu. Verbraucherschützer überrascht das nicht: “Das ist ein Effekt von Angebot und Nachfrage”, urteilt Georg Tryba, Sprecher der Verbraucherzentrale NRW.

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Von Wucher will Tryba bislang nicht sprechen. Denn Wucher ist ein juristischer Begriff, der unter anderem eine Notsituation des Käufers voraussetzt - was aus Trybas Sicht bislang nicht gegeben ist, weil es noch genügend alternative Anbieter für Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken gibt. Trotzdem kündigte er an, dass die Verbraucherzentralen das Thema im Blick haben, schließlich gelte: “Wucher ist verboten”.

Ein Preisvergleich hilft

Derzeit rät Tryba allerdings, bei Onlinekäufen stets Preissuchmaschinen zu nutzen. “Nehmen sie nicht das erstbeste Angebot” empfiehlt Tryba – was sich auch bei dem Eingangs genannten Fläschchen Sagrotan bestätigt hat: Für 5 Euro war ein identisches Produkt bei einer Onlineapotheke zu bekommen.

Zudem empfiehlt Tryba Verbrauchern, Ruhe zu bewahren. “Es müssen sich nicht alle Atemschutzmasken” anschaffen, sagt er in Bezug auf Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts. Wie sonst auch sollten sich Kunden deshalb bei jedem Onlinekauf fragen, ob sie wirklich Bedarf an den anvisierten Artikeln haben.

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