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Corona-Prämie, Sonderurlaub, digitale Betreuung: Mit diesen Angeboten locken Unternehmen

  • In der Corona-Pandemie ist für viele Mitarbeiter die Arbeitsbelastung gestiegen.
  • Um sie bei Laune zu halten, machen viele Unternehmen ihren Beschäftigten deshalb besondere Angebote.
  • Die fünf beliebtesten Corona-Mitarbeiterangebote im Überblick.
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Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsalltag vieler Menschen verändert. Die Arbeitsbelastung ist in vielen Berufen gestiegen, in anderen wurden gewohnte Arbeitsabläufe durchkreuzt, zudem arbeiten viele Beschäftigte seit Monaten im Homeoffice – was besonders dann schwierig wird, wenn gleichzeitig Kinder zu Hause betreut werden müssen. Viele große Unternehmen haben sich deshalb entschieden, ihren Mitarbeitern spezielle Angebote zu machen, um sie zu entlasten, um sie zu belohnen oder um ihre Gesundheit langfristig zu stärken. Fünf beliebte Corona-Mitarbeiterangebote:

1. Zusätzlicher Urlaub

Mehr als 100.000 Mitarbeiter des deutschen IT-Konzerns SAP hatten am 27. April dieses Jahres frei. SAP hatte den Tag zum firmeninternen Gesundheitstag erklärt, an dem die Mitarbeiter nicht arbeiten mussten, aber voll bezahlt wurden. Ziel war es, dass die Beschäftigten an diesem Tag von der Arbeit abschalten, sich ausruhen, reflektieren und Energie aufladen, hieß es. Das sei auch ein Entgegenkommen angesichts eines schwierigen Balanceakts zwischen Arbeit und Privatleben in der Corona-Krise.

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Das gleiche hat das Social-Media-Unternehmen Linkedin seinen Mitarbeitern am 12. April angeboten: „Es hat etwas Magisches, wenn die ganze Firma zur selben Zeit eine Pause macht“, teilte Linkedin dazu mit. Nur eine Notbesatzung hielt an diesem Tag den Betrieb der Internetseite am Laufen. Auch Google gewährte seinen Beschäftigten im Mai und September 2020 jeweils einen Tag Extraurlaub. Die US-Großbank Citigroup will am 28. Mai 2021 einen firmenweiten Feiertag einlegen.

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2. Corona-Prämien

Auch finanzielle Entschädigungen sind bei Unternehmen beliebt. Der Autobauer Daimler zahlt seinen Mitarbeitern in Deutschland in diesem Jahr einen einmaligen Corona-Bonus von bis zu 1000 Euro. Eine solche Sonderprämie hatten die Mitarbeiter des Industriekonzerns Siemens bereits im November bekommen. Man wolle so die „Höchstleistungen in der Krise“ honorieren, sagte der damalige Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser.

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Der Onlinemodehändler Zalando zahlte seinen Mitarbeitern bereits 500 Euro extra, genauso viel bekamen die rund 3000 Mitarbeiter von Microsoft in Deutschland. Mitarbeiter der Deutschen Post erhielten immerhin 300 Euro. Beim Discounter Aldi gab es bis zu 250 Euro in Form eines Einkaufsgutscheins, die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, verteilte Einkaufsgutscheine im Wert von 200 Euro.

Der Bund honoriert solche Prämien: Noch bis Ende Juni sind bis zu 1500 Euro steuerfrei. Auch der Staat als Arbeitgeber hat schon entsprechende Prämien ausgezahlt, so bekamen Soldaten und Bundesbeamte im vergangenen Jahr eine Sonderzahlung von bis zu 600 Euro, für viele Beamte in den Bundesländern galt Ähnliches.

3. Digitale Kinderbetreuung

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Viele Eltern wünschen sich noch eine andere Entlastung. Sie arbeiten im Homeoffice und müssen oft gleichzeitig kleine Kinder betreuen oder im Homeschooling helfen. Laut einer Studie der Technischen Universität Chemnitz in Kooperation mit der Techniker-Krankenkasse aus dem ersten Lockdown 2020 empfand diese Situation mehr als jeder Vierte, der im Homeoffice gearbeitet hat, als belastend (27 Prozent). Betroffen waren vor allem Frauen.

Einige Firmen haben ihren Mitarbeitern deshalb digitale Angebote gemacht, sodass ihre Kinder für eine Zeit sinnvoll beschäftigt sind und die Eltern konzentriert arbeiten können. Ein Anbieter solcher virtueller Kinderbetreuungsangebote ist der PME Familienservice. Mehr als 200 Unternehmen haben während der Corona-Krise eine solche Onlinekinderbetreuung gebucht, berichtet ein Sprecher. Zu den größten Kunden gehört die Commerzbank.

Vor allem in den Ferien sei die Nachfrage groß gewesen, weil andere Ferienangebote für Kinder ausgefallen sind. Beim PME kümmert sich eine feste Betreuungsperson meist um eine Gruppe von sechs Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. In den Onlinekursen wird dann zum Beispiel gebastelt, Musik oder Sport gemacht.

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Ähnliche Programme bieten die Firmen Voiio und Kidscircle an. „In unseren Gesprächen mit Personalverantwortlichen und Familienservices erleben wir täglich, dass die Unternehmen händeringend nach Lösungen für ihre Mitarbeitenden suchen“, sagt Kidscircle-Gründerin Sabine Wildemann in einer Pressemitteilung. „Unsere Betreuung kommt zum Beispiel zum Zuge während einer Videokonferenz mit der Chefin, an Schließtagen von Kita oder Schule oder Eltern greifen zum Beispiel nach Schichtende auf das Angebot zurück, damit die Kinder nicht vor dem TV-Gerät sitzen.“

4. Virtuelle Fitnesskurse

Wer nur zu Hause sitzt und nicht mal mehr für den Arbeitsweg das Haus verlässt, dem helfen virtuelle Fitnessangebote. Diese werden zum Beispiel von den Firmen Qualtrain und Hansefit gerade verstärkt angeboten.

Normalerweise sorgen die beiden Anbieter dafür, dass die Mitarbeiter großer Firmen mit einem Tarif in etliche Fitnesscenter und Schwimmbäder kommen. Da die meisten Sportstätten aber gerade geschlossen sind, haben Qualtrain und Hansefit umdisponiert. Sie bieten nun nach eigenen Angaben mehr als 1000 Onlinekurse aus 20 Sportarten an, dazu kommen Onlineernährungsprogramme sowie geführte Achtsamkeits- und Meditationsübungen. Zu den Kunden von Qualtrain gehören zum Beispiel Bombardier, die AOK, Fielmann, Thyssenkrupp und RWE.

5. Unbegrenztes Homeoffice

Für Menschen, die Homeoffice nicht als Belastung, sondern als Bereicherung empfinden – etwa weil sie sich einen langen Arbeitsweg sparen oder Beruf und Privatleben so flexibler gestalten können –, sind langfristige Homeofficeangebote interessant.

So hat etwa die Direktbank ING kürzlich angekündigt, allen 4500 Mitarbeitern in Frankfurt, Nürnberg und Hannover auch nach der Pandemie mobiles Arbeiten zu ermöglichen. „Das vergangene Jahr hat uns gezeigt, wie flexibel wir sind und wie gut mobiles Arbeiten funktioniert“, begründete ING-Deutschland-Chef Nick Jue die Entscheidung. „Das wollen wir nun beibehalten und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, ihren heimischen Arbeitsplatz bestmöglich auszustatten.“

Dafür erhalten die Beschäftigten in einem ersten Schritt einmalig 1500 Euro netto. Das Geld kann in einem von der Bank eingerichteten Onlineshop eingelöst werden – zum Beispiel zur Anschaffung eines höhenverstellbaren Schreibtischs oder eines Bürostuhls für zu Hause. Alle fünf Jahre sollen die Arbeitnehmer dann ein neues Ausstattungsbudget von 1000 Euro bekommen.

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