Corona-Tarifvertrag: McDonalds und Co stocken Kurzarbeitergeld auf

  • McDonalds, Burger King und Co. haben zugesagt, dass Kurzarbeitergeld ihrer Beschäftigten aufzustocken.
  • Statt maximal 60 bis 67 Prozent des Lohns sollen die Beschäftigten auch bei Kurzarbeit 90 Prozent ihres Einkommens bekommen.
  • Die Beschäftigten in der Gastronomie trifft das Coronavirus besonders hart.
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München/Berlin. Für Geringverdiener wird Kurzarbeit eine massive Belastung darstellen - doch zumindest in der Systemgastronomie zeichnet sich eine Lösung ab: Die Beschäftigten bei McDonalds, Burger King und Co. bekommen von ihren Arbeitgebern während der Coronavirus-Krise mehr Geld im Fall von Kurzarbeit.

Kurzarbeitergeld bei McDonalds, Burger King und Co. wird aufgestockt

Die Entgelte werden über das normale Kurzarbeitergeld hinaus auf 90 Prozent des alten Nettoeinkommens aufgestockt, zudem verzichten die Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen, wie der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Dienstag mitteilten.

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Corona-Tarifvertrag: 120.000 Beschäftigte profitieren

Geregelt wird das in einer Zusatzvereinbarung zum erst kürzlich geschlossenen Tarifvertrag für die rund 120.000 Beschäftigten der Systemgastronomie-Branche. Bei dem hatten sich die Beteiligten Anfang März darauf geeinigt, dass die Löhne bis 2023 auf mindestens 12 Euro pro Stunde steigen sollen.

Gastronomie-Beschäftigte leiden besonders

Doch dann kam das Coronavirus - und damit die Angst, die in der Gastronomie generell umgeht. Zwar kommt bei betroffenen Betrieben Kurzarbeit in Frage. Doch die sogenannte Entgeldersatzleistung bringt Einkommensverluste von bis zu 40 Prozent mit sich. Für die in der Gastronomie häufig anzutreffenden Geringverdiener eine Belastung. “Vom Kurzarbeitergeld allein können Restaurant- und Hotelfachleute oder Köchinnen mit einem Einkommen von durchschnittlich 2.000 Euro brutto nicht leben”, hatte die NGG noch am Montag gewarnt.

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Für die Systemgastronomie ist der heutige Beschluss deshalb von großer Bedeutung. “Uns war es wichtig, dass wir den drohenden Einkommensverlust bei Kurzarbeit für die Beschäftigten mit der Regelung etwas abfedern können”, sagte der stellvertretende NGG-Vorsitzende Freddy Adjan. “Vor allem haben wir es geschafft, einen Kündigungsschutz zwei Monate über die Laufzeit der Kurzarbeit hinaus zu vereinbaren.” Das sichere das Einkommen für Tausende Beschäftigte.

Auch Arbeitgeber zufrieden

Die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie treffen die Systemgastronomie hart: “Zurückgehende Gästezahlen, Umsatzeinbußen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens stellen eine Belastungsprobe für die Branche” dar heißt es in der gemeinsamen Mitteilung von Verband und Gewerkschaft. “Die Sozialpartner haben mit der heute vereinbarten Ergänzung zur Kurzarbeit einen extrem wichtigen Schritt zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen, ausgelöst durch die “Corona-Krise”, unternommen”, betonte die BdS-Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante. Mit der Vereinbarung sichere man Arbeitsplätze und verschaffe den Unternehmen “etwas Luft zum Atmen”.

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In den vergangenen Tagen hatten mehrere Gewerkschaften betont, dass das Kurzarbeitergeld zwar Jobs sichert - für die Beschäftigten aber mit erheblich geringeren Entgelten einhergeht. Maximal bekommen Beschäftigte bei Kurzarbeit 60 bis 67 Prozent des Nettolohns von der Arbeitsagentur.

RND/dpa/hö

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