Ifo-Präsident warnt: Hohe Inzidenzen gefährden Erholung der Wirtschaft

  • Deutschland befindet sich mitten in der vierten Corona-Welle.
  • Das Münchner ifo Institut betrachtet die Entwicklung mit Sorge.
  • Die ohnehin fragile wirtschaftliche Erholung von der Krise werde aktuell gefährdet.
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Passau. Die steigenden Corona-Infektionszahlen gefährden nach Einschätzung des Münchner ifo Instituts die Erholung der Wirtschaft in Deutschland. „Die Ausbreitung der Infektionen sorgt dafür, dass die wirtschaftliche Aktivität in den Sektoren des sozialen Konsums, also Gastronomie, Reise, Kultur und Veranstaltungen, zurückgeht, weil Menschen Ansteckungsrisiken meiden“, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest der „Passauer Neuen Presse“.

Die ohnehin fragile wirtschaftliche Erholung von der Krise werde damit gefährdet. Erhebliche langfristige Schäden drohten zudem im Bildungsbereich, wenn die Schulen erneut geschlossen würden.

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ifo-Präsident: Politik muss Druck auf Ungeimpfte erhöhen

Es seien „nicht die Lockdown-Maßnahmen, die ökonomische Kosten verursachen, sondern die Pandemie selbst“, erklärte der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts. Er sprach sich für die Anwendung der 2G-Regel aus, um wirtschaftliche Aktivitäten nicht mehr zu beeinträchtigen als notwendig. Zudem leiste die Regel auch einen Beitrag zur Beschleunigung der Impfungen, sagte Fuest. Die Politik müsse den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, „auch wenn es Streit gibt“.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Mittwochmorgen meldeten die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 52.826 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. Das ist erneut ein Höchstwert seit Beginn der Pandemie zu Beginn des vergangenen Jahres.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Infektionen bezogen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche angibt, erhöhte sich bundesweit auf 319,5, nach 312,4 am Dienstag. In Deutschland starben weitere 294 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten auf 98.274.

RND/epd

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