Corona-Krise: Wirtschaft bangt um Zukunft der Auszubildenden

  • Derzeit gibt es in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Auszubildende.
  • Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor Folgen der Corona-Pandemie für die Auszubildenden.
  • Der DIHK hat ein Zehn-Punkte-Programm aufgestellt.
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Berlin. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor Folgen der Corona-Pandemie für Auszubildende. “Wenn Einnahmen fehlen und Berufsschulen geschlossen sind, geraten bestehende Ausbildungsverhältnisse in Gefahr”, zitiert die “Süddeutsche Zeitung” aus einer internen Analyse des DIHK. Zudem werde es zunehmend schwerer, Angebote für das kommende Ausbildungsjahr zu sichern, das im August und September beginnt.

Den Angaben zufolge gibt es derzeit in Deutschland mehr als 1,3 Millionen Auszubildende. Im Normalfall würden etwa eine halbe Million Schulabgänger in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen.

“Betriebe sollten alle Mittel ausschöpfen, um Ausbildung weiter zu gewährleisten”, heißt es in dem DIHK-Vorschlag für ein Zehn-Punkte-Programm. Denkbar seien etwa Kooperationen zwischen Firmen oder ein Übertragen der Ausbildung an eine überbetriebliche Einrichtung.

Azubis aus kleineren Einzelhandelsgeschäften könnten auch zeitweise in Supermärkten beschäftigt werden, wenn dort eine weitere Ausbildung gewährleistet sei. Zudem müssten Auszubildende aus insolventen Betrieben rasch weitervermittelt werden und im Falle von Kurzarbeit auch vom ersten Tag an Kurzarbeitergeld erhalten. Das DIHK-Papier regt laut Bericht auch an, dass der Bund Betrieben, die zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten, einen finanziellen Bonus bieten könne.

Mehr Mut und Zuversicht

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Gleichzeitig hat der DIHK seine Mitglieder in der Corona-Krise zu Mut und Zuversicht aufgefordert. “Wir haben uns unter Druck auch eine Reihe von neuen Chancen erarbeitet – zum Beispiel, in vielen Bereichen schneller und konsequenter zu digitalisieren, als uns das zugetraut worden ist. Daran sollten wir anknüpfen”, schreiben DIHK-Präsident Eric Schweitzer und Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben in einem internen Brief. Angst und Verunsicherung bremsten die ohnehin schwierige Entwicklung. “Deshalb ist es wichtig, dass gerade wir als Vertreter der Wirtschaft auch Zuversicht verbreiten.”

Es sei an der Zeit, das Heft des Handelns zu ergreifen. “Wir müssen wieder stärker in einen Modus kommen, in dem Tätigkeit die Regel wird und nicht Stillstand”, schreiben Schweitzer und Wansleben weiter. Sie betonen dabei aber auch: “Diese Phase ist die deutlich größere Herausforderung: Denn wir müssen unsere Wirtschaft unter Berücksichtigung der nach wie vor großen Gefahren durch die Pandemie hochfahren.” Dies müsse verantwortungsvoll und kreativ geschehen.

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RND/dpa

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