Corona-Krise: Die Euphorie im Dax lässt nach

  • Nach dem deutlichen Zuwachs der vergangenen zwei Handelstage hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag wieder nachgegeben.
  • Die Euphorie über die massiven Konjunkturpakete dies- und jenseits des Atlantiks hat nachgelassen.
  • An der Börse wartet man nun auf die jüngsten Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe aus den USA, die am Nachmittag veröffentlicht werden.
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Frankfurt/Main. Nach den deutlichen Gewinnen der vergangenen zwei Tage hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag wieder nachgegeben. Am frühen Mittag verlor der Dax 2,37 Prozent auf 9640,23 Punkte. Die Euphorie über die massiven Konjunkturpakete dies- und jenseits des Atlantiks lasse nun nach, kommentierte Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader.

Am Dienstag war der deutsche Leitindex prozentual zweistellig nach oben geschossen, am Mittwoch folgten weitere Gewinne von annähernd zwei Prozent. Um fast 23 Prozent hatte sich der Dax in der Spitze von seinem Vorwochentief bei 8255 Punkten erholt und dabei die Marke von 10.000 Punkten zeitweise zurückerobert.

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Wall Street am Mittwoch fester

In New York war der Dow Jones am Vorabend zwar mit einem noch etwas deutlicheren Aufschlag aus dem Handel gegangen als der Dax, hatte aber gegen Handelsende einen Teil seiner Gewinne eingebüßt. In den USA breitet sich das Coronavirus immer schneller aus, besonders in New York.

In den Fokus rücken nun die am Nachmittag erwarteten wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Sie dürften zeigen, wie gravierend die ersten Auswirkungen der Corona-Krise auf den US-Arbeitsmarkt sind.

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Analysten rechnen mit einer dramatischen Zunahme der Anträge. In den USA breitet sich das neuartige Coronavirus immer schneller aus, besonders in New York. Das vom US-Senat verabschiedete billionenschwere Konjunkturpaket werde helfen, den Einbruch der Wirtschaftsleistung in den USA abzufedern, schrieb Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Aber selbst mit diesem Paket drohe der größten Volkswirtschaft der Welt immer noch ein gewaltiger Schaden.

Trotz des schwachen Umfelds bauten die Anteile des Medizinkonzerns Fresenius SE und des Versorgers Eon ihre Vortagesgewinne aus. Fresenius Medical Care (FMC) gewannen gut zweieinhalb Prozent dazu. Fresenius-Chef Stephan Sturm sieht trotz der zugespitzten Coronavirus-Krise keinen Grund für eine Korrektur der Prognose. Schlusslicht im Dax waren die Anteile des Bezahldienstleisters Wirecard mit minus 5,2 Prozent.

United Internet gewannen mehr als 4 Prozent nach einem stabilen Ausblick. Zudem steigert der Konzern die Dividende. Die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh, der als einer der Gewinner der Coronavirus-Krise gilt, rückten in prozentual ähnlicher Größenordnung vor nach einem positiven Analystenkommentar von Exane BNP Paribas.

Gewinnwarnungen und beibehaltene Prognosen

Die Aktien von Scout24 profitierten zunächst von der Aussicht auf einen Geldregen für die Aktionäre. Der Onlineportal-Betreiber will seine Aktionäre mit massiven Aktienrückkäufen bei der Stange halten. Zuletzt gaben die Titel aber leicht nach.

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Eine gestrichene Prognose ließ die Papiere des Immobilienkonzerns Hamborner Reit um fast 7 Prozent abrutschen. Der SDax-Konzern verwies auf eine vorübergehende Gesetzesänderung zugunsten von Mietern, die wegen der Coronavirus-Krise nicht zahlen können. Für den gesamten Immobiliensektor verheiße dies nichts Gutes, sagte ein Händler. Auch Deutsche Euroshop sackten im Zuge der schlechten Branchennachrichten um mehr als 7 Prozent ab. Der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown will wegen der Coronavirus-Pandemie vorerst keinen Ausblick auf das laufende Jahr geben. Die Papiere rutschten ebenfalls ab um mehr als viereinhalb Prozent.

Beibehaltene Prognosen kommen in der aktuellen Coronavirus-Krise gut an. Jüngstes Beispiel ist der Solarkonzern SMA Solar, dessen Anteile sich um mehr als 11 Prozent verteuerten. Das Virus habe bisher nur geringe negative Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf, sagte Vorstandssprecher Jürgen Reinert. Der Wirkstoffforscher Evotec übertraf 2019 die eigenen Ziele, aber 2020 sei noch schwer vorherzusagen, wie es hieß. Die Papiere verloren mehr als 4 Prozent.

RND/dpa

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