Umfrage: Jeder zweite Händler fürchtet wegen Corona-Lockdown das Aus

  • Seit Dezember sind wegen des Corona-Lockdowns zahlreiche Geschäfte dicht.
  • Einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland fürchten viele deswegen 2021 das Aus.
  • Die Unternehmen seien auf weitere staatliche Hilfen angewiesen.
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Berlin. Gut jeder zweite vom Lockdown betroffene Händler befürchtet nach einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE), ohne weitere staatliche Hilfen das laufende Jahr nicht zu überstehen. 2021 drohe, für viele Handelsunternehmen und ganze Innenstädte „zum Katastrophenjahr zu werden“, warnte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag in Berlin.

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Viele fürchten eine Schließung noch in diesem Jahr

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Bei einer aktuellen HDE-Umfrage unter 1500 vom Lockdown betroffenen Textil-, Schmuck-, Spielwaren- und Sportartikelhändlern gaben 23 Prozent der Befragten an, ihr Geschäft ohne weitere Hilfen voraussichtlich bereits im ersten Halbjahr aufgeben zu müssen. Weitere 28 Prozent rechneten ohne zusätzliche staatliche Unterstützung mit einem Aus im zweiten Halbjahr. Besonders pessimistisch waren die Händler in den Innenstädten. Hier befürchteten sogar 58 Prozent, ihr Geschäft noch in diesem Jahr dicht machen zu müssen.

Der Umfrage zufolge haben 71 Prozent der Unternehmen seit Beginn der Krise staatliche Unterstützung erhalten. Rund 23 Prozent haben derzeit staatliche Hilfen beantragt, 69 Prozent planen, einen Antrag auf Überbrückungshilfe zu stellen.

Neue Verkaufs- und Kommunikationswege mussten her

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Rund 80 Prozent der Händler gehen der Umfrage zufolge jedoch davon aus, dass die derzeitigen Hilfsmaßnahmen nicht zur Existenzsicherung reichen. Der HDE drängt deshalb auf Nachbesserungen der Politik. „Wenn Minister Scholz die in Aussicht gestellten Überbrückungshilfen jetzt schnell überarbeitet und die Beantragungskriterien besser an die Lage des Einzelhandels anpasst, dann gibt es noch eine Chance, das Schlimmste zu verhindern“, sagte Genth.

Um im Lockdown zu überleben, setzt der Handel laut HDE verstärkt auf alternative Vertriebswege wie Online-Marktplätze, Lieferservices oder Click&Collect-Angebote, bei denen die Kunden Waren im Internet reservieren und dann im Laden abholen, aber auch auf neue Wege der Kundenkommunikation etwa über Social Media.

Mehr als ein Drittel der Händler habe sich hier seit der Corona-Krise neue Verkaufs- und Kommunikationswege erschlossen. Allerdings könne dies den Ausfall des regulären Geschäftsbetriebs nicht wettmachen. So komme der weitaus größte Anteil der Unternehmen, die Click&Collect-Angebote machten, damit lediglich auf Umsätze zwischen einem und fünf Prozent des normalen Volumens.

RND/dpa

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