Corona-Impfungen: Edeka Nord belohnt Beschäftigte für Impfbereitschaft

  • Deutschlandweit planen Firmen, ihren Beschäftigten Impfungen gegen das Coronavirus anzubieten.
  • Da der Weg dahin noch lang scheint, schafft Edeka Nord schon jetzt einen Anreiz für private Impftermine.
  • Das Unternehmen belohnt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem Gutschein in Höhe von 50 Euro.
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Edeka Nord motiviert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen – und zwar mit einer Belohnung. Wer in der Großhandlung der Prioritätsgruppe zwei angehört und sich privat um einen Impftermin kümmert, wird für ihn freigestellt und erhält von seinem Arbeitgeber einen Gutschein in Höhe von 50 Euro, sagt Sprecherin Helene Dahlke. Um den 4400 Beschäftigten in Zeiten der Pandemie Schutz zu bieten und der Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachzukommen, seien außerdem Impfungen am Arbeitsplatz geplant: „Gemeinsam mit unserer Betriebsärztin haben wir ein Konzept entwickelt.“ Was noch aussteht, ist das Go.

Der schleswig-holsteinischen Landesregierung habe die Handelskette ihre Unterstützung bei den Corona-Impfungen bereits signalisiert. Hier wünsche sie sich zuverlässigere Antworten – schließlich hätten große Teile der Belegschaft täglich Kontakt mit vielen Menschen. Das Gesundheitsministerium in Kiel erklärte auf Anfrage der „Kieler Nachrichten“ (KN) allerdings, die Impfungen in Unternehmen seien zwar keine „Zukunftsmusik“, doch noch in etwas weiterer Ferne. Der Grund: zu wenig Impfstoff.

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Von der örtlichen Industrie und Handelskammer gab es dem Bericht nach Lob. Das Beispiel Edeka zeige, dass den Unternehmen die Gesundheit ihrer Angestellten am Herzen liege. „Und das nicht nur aus einer gesellschaftlichen Verantwortung heraus, sondern auch aus Eigeninteresse und um den Betrieb am Laufen zu halten“, sagte Vize-Hauptgeschäftsführerin Julia Körner den „KN“. Andererseits werde durch diesen Fall deutlich, „wie hoch die bürokratischen und organisatorischen Hürden sind – egal, ob testen, impfen oder Corona-Hilfen.“

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Impfungen beim Arbeitgeber: Wie weit sind die Planungen der großen Handelsketten?

Auch andere Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit dem Thema Impfung. So plant zum Beispiel auch Rewe, loszulegen, wenn der Handelskette die Mittel dafür zur Verfügung gestellt werden. „Die Rewe Group bereitet sich gemeinsam mit den Betriebsärzten intensiv darauf vor, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen zu können“, sagt Sprecher Andreas Krämer auf Anfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Aldi Nord, so erklärt es Sprecher Christian Salmen, denkt ebenfalls über freiwillige Corona-Impfungen im eigenen Unternehmen nach. Darüber hinaus prüfe man die Möglichkeiten, den Impfprozess aktiv zu begleiten, etwa durch Betriebsärzte. Noch seien aber zu viele Fragen offen.

Auch die Drogeriekette Rossmann steht in den Startlöchern. „Auch wir bereiten uns darauf vor, die Impfung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sobald es möglich ist, selbst zu übernehmen“, erklärt Sprecherin Vivian Thürnau. Eine Prämie in Form eines Gutscheins, analog zum Beispiel von Edeka Nord in Schleswig-Holstein, sei jedoch nicht geplant.

Die Schwarz-Gruppe, zu der die Handelsketten Lidl und Kaufland gehören, trifft zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen zu genauen Plänen. Auf RND-Anfrage heißt es allerdings: „Das Impfen sehen wir grundsätzlich als weiteren Baustein der Pandemiebekämpfung.“

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