Corona-Impfstoff: Moderna will die Formel für sich behalten

  • Das amerikanische Biotechnologieunternehmen Moderna lehnt eine Offenlegung seiner Impfstoff-Formel ab.
  • Firmengründer Noubar Afeyan will stattdessen eine Erhöhung der Produktion
  • Die WHO und andere Organisation hatten Impfstoffhersteller aufgefordert, die Produktion weltweit zu teilen.
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Das US-Biotechnologieunternehmen Moderna plant keine Offenlegung der Formel für seinen Corona-Impfstoff. Die Konzernführung sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Erhöhung der Produktion durch das Unternehmen selbst der beste Weg sei, die weltweite Versorgung zu verbessern, sagte Noubar Afeyan, Mitbegründer und Vorsitzender des Verwaltungsrats von Moderna, am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP.

Die Weltgesundheitsorganisation hat Moderna sowie andere Impfstoffhersteller aufgefordert, die Formel offenzulegen. Afeyan sagte dazu, Moderna habe geprüft, ob ein solcher Schritt besser wäre, sei aber der Ansicht, dass die Produktion gesteigert werden könne und so 2022 Milliarden Dosen zusätzlich ausgeliefert werden könnten.

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„Innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate wird der zuverlässigste Weg, qualitativ hochwertige Impfstoffe auf effiziente Art zu machen sein, wenn wir sie machen“, sagte er. Auf die Appelle der WHO und anderer Organisationen angesprochen sagte er, diese gingen davon aus, dass die Kapazitäten von Moderna nicht ausreichten. „Tatsächlich wissen wir, dass wir es können.“

„Wir glauben, dass wir von einer auf drei Milliarden gehen können“

Moderna habe die Produktion in weniger als einem Jahr von null auf eine Milliarde Dosen gefahren, sagte Afeyan. „Und wir glauben, dass wir (2022) von einer auf drei Milliarden gehen können“, sagte er. Das Corona-Vakzin auf Basis der neuartigen mRNA-Technologie - ähnlich dem von Biontech und Pfizer - ist das einzige kommerziell vermarktete Produkt von Moderna. Vergangene Woche kündigte das Unternehmen Pläne zur Eröffnung eines Werks in Afrika an. Bis es in Betrieb geht, könnten allerdings Jahre vergehen.

„Wir glauben, dass wir alles tun, was wir können, um in dieser Pandemie zu helfen“, sagte er.

Afeyan äußerte sich während eines Besuchs in Italien, bei dem er auch Papst Franziskus traf. Das Oberhaupt der katholischen Kirche setzt sich für einen weltweiten Zugang zu Impfstoffen ein.

RND/AP

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