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  • Corona: EZB-Präsidentin Christine Lagarde - Die Finanzchefin in der Corona-Krise

Die Finanzchefin: EZB-Präsidentin Christine Lagarde

  • Die Corona-Krise wirbelt Europas Finanzmärkte durcheinander.
  • Als Krisenmanagerin muss sich nun EZB-Präsidentin Christine Lagarde beweisen.
  • Der Wurf ihres ersten Rettungsankers ließ die Wellen nur noch höher schlagen.
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Vorige Woche hatte sie als Krisenmanagerin gepatzt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde präsentierte ein erstes Rettungspaket: die Ausweitung des Anleihekaufprogramms um 120 Milliarden Euro, günstige Kredite für Geschäftsbanken und eine Lockerung des Regelwerks für die Vergabe der Darlehen. Zu wenig, nicht konsequent genug – das war das Feedback der Akteure an den Finanzmärkten. Augenblicklich brachen die Aktienkurse ein.

Die Finanzmärkte per Twitter besänftigt

Jetzt hat sie noch einmal mit aller Wucht nachgelegt. Das Volumen der Anleihekäufe wird noch einmal um 750 Milliarden Euro erhöht. Per Twitter ließ sie wissen, dass nun alle verfügbaren Werkzeuge der Notenbank eingesetzt würden. Fürs Erste funktionierte die Intervention. Die Finanzmärkte konnten am Donnerstag einigermaßen beruhigt werden.

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Einiges spricht dafür, dass Lagarde von Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire zu dem völlig überraschenden Schritt gedrängt wurde. Der hatte am Mittwoch einen schnellen und massiven Vorstoß der Notenbank gefordert.

Die Chronologie der Ereignisse dürfte Lagarde-Kritiker bestärken. Sie hatten schon bei ihrer Nominierung bemängelt, dass erstmals jemand, der nicht Ökonomie studiert hat, den Chefposten im EZB-Turm im Frankfurter Osten übernimmt.

Keine Marionette von Emmanuel Macron

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Die Juristin wurde von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron durchgesetzt. Sein offensichtliches Motiv: An der Spitze der Euro-Notenbank soll jemand stehen, der eine lockere Geldpolitik vertritt, von der neben den EU-Südländern auch Frankreich profitiert. So hat sie denn auch beim Amtsantritt Herbst 2019 eine Fortführung des ultralockeren Kurses ihres Vorgängers Mario Draghi angekündigt.

Wer die 64-Jährige aber nur als Macrons Marionette betrachtet, unterschätzt sie. Sie hat eine Runderneuerung der EZB-Strategie angekündigt. Sie hat erkannt, dass die Inflation als Maß aller Dinge für die Geldpolitik nicht mehr ausreicht. 2020 sollte ein Jahr der Neujustierung werden. Die Corona-Krise ist ihr nun dazwischen gekommen.

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Lagarde muss jetzt lernen zu improvisieren. Außergewöhnliche Zeiten erforderten außergewöhnliches Handeln, hat sie gerade getwittert.

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