Gewerkschaftskritik: “Corona-Disziplin” auf den Baustellen nimmt ab

  • Auf vielen Baustellen in Deutschland herrscht nach Gewerkschaftsangaben Nachlässigkeit beim Corona-Schutz.
  • Die Unternehmen widersprechen und sagen, sie nähmen ihre Verantwortung äußerst ernst.
  • Es gibt aber noch andere Probleme in der Branche.
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Berlin. Auf vielen Baustellen herrscht nach Gewerkschaftsangaben Nachlässigkeit beim Corona-Schutz. “Kein Händewaschen, kein Abstand, keine Atemschutzmaske”, fasst die Industrie-Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Schwachpunkte zusammen. “Viele Bauunternehmen ignorieren die Corona-Gefahr, indem sie zum alten Trott zurückkehren”, teilte der Vorsitzende Robert Feiger mit. Das fange auf dem Weg zur Arbeit an: “Sammeltransporte zu Baustellen im Bulli sind in vielen Firmen wieder an der Tagesordnung. Genauso wie Pausen im engen Bauwagen”, sagte Feiger.

Die Arbeitgeber widersprachen der Gewerkschaft: Die Unternehmen nähmen ihre Verantwortung äußerst ernst, hieß es beim Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der vor allem mittelständische Betriebe vertritt. Sie trügen Sorge dafür, dass im Arbeitsalltag die gebotenen Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden können.

Arbeitgeber widersprechen Gewerkschaft

Mitarbeiter würden möglichst in immer gleiche Kolonnen eingeteilt, es gebe zusätzliche Sanitätskapazitäten sowie ergänzende Transportmittel, um Gruppenfahrten zu verhindern. "Selbstverständlich muss dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann, eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden", hieß es von dem Verband.

Laut IG BAU lässt aber die “Corona-Disziplin” nach. Das hätten Arbeitsschutzkontrollen ergeben. Ein Arbeitgeber habe seinen Beschäftigten sogar untersagt, Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen. Bauarbeiter dürften sich solche “Kapriolen” nicht gefallen lassen, sagte Feiger.

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Vor allem die Wege zur Baustelle sind auch ein wichtiges Thema im Tarifkonflikt der Branche. Die Gewerkschaft verlangt für die Beschäftigten unter anderem ein Wegegeld, die Arbeitgeber lehnen das ab. Die Arbeitnehmerseite fordert zudem 6,8 Prozent mehr Lohn. Die Verhandlungen sind nach drei Runden ergebnislos abgebrochen worden, eine Schlichtung steht bevor. Sie dürfte nach Angaben der IG Bau am 26. August beginnen.

RND/dpa

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