Deutsche Wirtschaft schrumpft im ersten Quartal um 1,7 Prozent

  • Die Corona-Krise hat große Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung in Deutschland.
  • Das Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2021 um 1,7 Prozent geschrumpft. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.
  • Vor allem der ausbleibende private Konsum machte sich bemerkbar.
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Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im ersten Quartal 2021 infolge der Corona-Krise geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging im Vergleich zum Vorquartal um 1,7 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Davon war besonders der private Konsum betroffen, während die Warenexporte die Wirtschaft stützten.

In der zweiten Jahreshälfte 2020 hatte sich die deutsche Wirtschaft zunächst etwas erholt. Nach neuesten Berechnungen gab es im dritten Quartal ein Plus von 8,7 Prozent und im vierten Quartal ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Vorangegangen war ein historischer Konjunkturabsturz infolge der Corona-Krise.

Lockdown hält privaten Konsum auf Sparflamme

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Vor allem der Lockdown zur Eindämmung des sich ausbreitenden Coronavirus hat starke Auswirkungen auf die Konjunktur. Seit Monaten sind in weiten Teilen Deutschlands Hotels und Restaurants geschlossen, der Einzelhandel darf meist nur sehr begrenzt und unter strengen Auflagen öffnen. Auch die meisten Fitnesscenter, Kinos und Freizeitparks sind seit Monaten geschlossen. Ökonomen erwarten trotz Wirtschaftshilfen vom Staat deshalb eine kommende Pleitewelle.

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Dämpfend wirkte Anfang 2021 zudem das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung zum Jahreswechsel: Verbraucher hatten wegen der niedrigeren Steuersätze Anschaffungen auf das zweite Halbjahr 2020 vorgezogen. Diese Käufe fehlen nun in der Konsumstatistik der ersten drei Monate des laufenden Jahres.

In der Industrie sind die Auftragsbücher dagegen gut gefüllt, die Exporte stiegen im Februar den zehnten Monat in Folge an und nähern sich dem Vorkrisenniveau. In wichtigen Auslandsmärkten wie China und den USA zog die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ zuletzt an.

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Regierung erwartet starkes Wachstum

Volkswirte gehen davon aus, dass Europas größte Volkswirtschaft vom zweiten Quartal an wieder auf Wachstumskurs zurückkehren wird. Wenn immer mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft sind und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder zurückgefahren werden, sollte auch der private Konsum im Inland wieder zulegen, so die Erwartung.

Die Bundesregierung rechnet in ihrer gerade angehobenen Prognose für das Gesamtjahr mit 3,5 Prozent Wachstum der deutschen Wirtschaft. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaftsleistung um 4,9 Prozent eingebrochen. „Dieses Jahr ist das Jahr, in dem wir die Trendwende endgültig schaffen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag. „Wir werden den Wirtschaftseinbruch nicht nur stoppen, sondern wir werden ihn umkehren. Wir haben spätestens 2022 wieder die alte Stärke erreicht.“

ang/RND/dpa

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