Experte gibt Entwarnung: Fleisch in Deutschland wird nicht knapp

  • Bei einer Großschlachterei in Coesfeld haben sich viele Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.
  • Die Sorge ist groß, dass es deshalb wie in den USA zu Engpässen beim Fleisch kommen könnte.
  • Doch das ist unwahrscheinlich, sagt ein Agrarmarktexperte.
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Bei der Großschlachterei Westfleisch in Coesfeld haben sich 129 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Die Schlachterei muss vorerst schließen. Deshalb gibt es Sorgen, ob auch in Deutschland Fleisch perspektivisch knapp werden könnte. Gleiches wurde in den USA beobachtet, nachdem hier Tausende Mitarbeiter von Großschlachtereien an Corona erkrankt waren.

Doch der Marktanalyst Tim Koch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft gibt Entwarnung: “Ich gehe nicht davon aus, dass Fleisch hierzulande knapp wird”, sagte er dem RND. Deutschland produziere tendenziell mehr Fleisch als im Land benötigt werde. “Selbst wenn einzelne Betriebe geschlossen werden, können wir das kompensieren." Anders sei die Lage, wenn etwa bei einer zweiten Corona-Infektionswelle plötzlich sehr viele fleischverarbeitende Betriebe geschlossen werden müssten: “Dann hätten wir ein Problem, aber davon gehe ich derzeit nicht aus.”

Preise werden im Mai eher sinken

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Auch die Preise werden seiner Meinung nach vorerst nicht steigen. “Im Gegenteil, im April hatten wir sinkende Rinder- und Schweinepreise auf dem Rohstoffmarkt. Das wirkt sich meist im Folgemonat auf die Verbraucherpreise aus."

Aus den USA, wo Fleisch derzeit an manchen Stellen knapp ist, importiert Deutschland vor allem Rindfleisch. “Da könnte es sein, dass das Lieblingssteak künftig eben woanders herkommt", so Koch.

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