Corona-Ausbruch auf Tesla-Baustelle: Noch fünf Infizierte

  • Nachdem 114 Menschen sich auf der brandenburgischen Baustelle des US-Elektroautoherstellers Tesla mit dem Coronavirus infiziert hatten, ist das Infektionsgeschehen nun wohl unter Kontrolle.
  • Der Großteil der Infizierten ist inzwischen genesen, wie das Brandenburger Gesundheitsministerium mitteilte.
  • Das Landesamt für Arbeitsschutz geht Hinweisen zu Überschreitungen der zulässigen Arbeitszeit und Vorwürfen zur Unterbringung nach.
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Grünheide. Der Corona-Ausbruch auf der Großbaustelle der Fabrik von US-Elektroautohersteller Tesla ist nach Ansicht der Brandenburger Landesregierung unter Kontrolle. Insgesamt seien bisher 114 Infizierte gezählt worden, davon gelten 109 als genesen, sagte der Abteilungsleiter im Gesundheitsministerium, Michael Zaske, am Mittwoch im zuständigen Landtagsausschuss in Potsdam. Damit seien fünf Fälle von Covid-19 bekannt. Rund 2000 Beschäftigte arbeiteten täglich auf der Baustelle, zeitweise aus 35 Subunternehmen. „Das Infektionsgeschehen ist unter Kontrolle“, sagte Zaske.

Die ersten Meldungen von Einzelfällen habe es am 13. Februar gegeben, sagte der Abteilungsleiter. Nach dem Verdacht der Häufung von Infektionen in der ersten März-Woche seien Schritte zur Eindämmung bei einer Kontrolle durch das Gesundheitsamt des Kreises Oder-Spree und das Ministerium festgelegt worden. Am 22. März meldete das Gesundheitsamt nach seinen Angaben 25 bis 30 Infektionen. Bei einer Videokonferenz mit Tesla seien dann Maßnahmen vereinbart worden. Mindestens alle zwei Tage sei ein Schnelltest vorgeschrieben worden.

Vorwürfe von zu langen Arbeitsschichten nicht bestätigt

Das Landesamt für Arbeitsschutz geht Hinweisen zu Überschreitungen der zulässigen Arbeitszeit und Vorwürfen zur Unterbringung nach. „Die Frage Arbeitszeit ist kontrolliert worden, allerdings bis jetzt ohne Mängel“, sagte der Referatsleiter Arbeitssicherheit, Ernst-Friedrich Pernack. Die Grenze von acht Stunden sei eingehalten worden. Das Magazin „Business Insider“ sowie „Bild“-Zeitung und „B.Z.“ hatten von überlangen Schichten osteuropäischer Arbeiter berichtet, die auch weniger als den Mindestlohn erhalten sollen. Tesla war bisher für eine Stellungnahme nicht verfügbar.

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„Den Hinweisen (...), dass die Arbeitszeiten länger dauerten, wollen wir nachgehen“, sagte der Referatsleiter. „Auch den Hinweisen auf Unterbringung gehen wir nach.“ Die Unterkünfte würden kontrolliert, es gebe bisher aber keine Hinweise auf unwürdige Zustände. Die Situation zum Arbeitsschutz sei sehr zufriedenstellend. Im Verhältnis zu anderen Großbaustellen tauchten sehr wenige Mängel auf.

Tesla-Fabrik ist umweltrechtlich noch nicht genehmigt

Tesla wollte in Grünheide ursprünglich im Juli mit der Produktion von Elektroautos starten. Der Zeitplan wankt, denn der Antrag zur Genehmigung des Vorhabens muss laut Landesumweltamt voraussichtlich erneut öffentlich ausgelegt werden, weil Tesla eine Batteriefabrik in den bisherigen Antrag einbeziehen will. Brandenburg hat die Autofabrik umweltrechtlich noch nicht genehmigt.

RND/dpa

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