Buchungsportal Airbnb entlässt rund ein Viertel der Angestellten

  • Die Corona-Krise hat die Reisebranche mit voller Wucht getroffen.
  • In der Folge taumelt Airbnb - und entlässt ein Viertel des Personals.
  • Noch vor wenigen Monaten sah die Welt für das Buchungsportal rosig aus.
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New York. Airbnb sieht sich wegen des Einbruchs im globalen Reiseverkehr in der Coronakrise zu massivem Stellenabbau gezwungen. 1900 der 7500 Mitarbeiter - also rund 25 Prozent - würden entlassen, kündigte Konzernchef Brian Chesky in einem Brief an die Belegschaft an. An Unternehmensbereiche, die das Kerngeschäft mit Unterkünften nicht direkt stützen, wird zudem der Rotstift angesetzt: Betroffen sind unter anderem Investitionen in Hotels, die Luftbeförderung und Filmproduktion.

Für das zwölf Jahre alte Buchungsportal ist die Entwicklung ein herber Rückschlag. Noch vor wenigen Monaten wurde der Wert des Unternehmens auf 31 Milliarden Dollar (aktuell rund 28,6 Milliarden Euro) taxiert, in heißer Erwartung blickten Anleger einem geplanten Börsengang von Airbnb entgegen. Der Unterkunftsvermittler führte zuletzt rund sieben Millionen Angebote auf seiner Webseite.

Konzernchef zeichnet ein düsteres Lagebild

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Konzernchef Chesky zeichnete ein düsteres Lagebild. "Wir durchleben gerade kollektiv die grauenvollste Krise unseres Lebens", schrieb er. So rechne Airbnb für das laufende Jahr mit einem Umsatzeinbruch um mehr als die Hälfte. Als Privatunternehmen veröffentlicht das Portal keine Finanzkennzahlen.

Doch der Dienstleister AirDNA, der Buchungen sowie Mieten für Airbnb-Gastgeber und anderen Anbieter prüfen, rechnet vor, dass Buchungen in den USA zwischen dem 3. Februar und 13. April um 53 Prozent zurückgegangen seien. Einige Länder haben nicht notwendige Reisen eingeschränkt oder lassen nur medizinische Fachkräfte Unterkünfte bei Airbnb buchen.

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Reisen werde es irgendwann zwar wieder geben, doch würden sie anders aussehen. Airbnb geht davon aus, dass Reisende künftig lieber Ziele in der Nähe ihres Heimatortes ansteuern wollen. Und günstiger muss es dann vermutlich auch sein. In Erwartung veränderter Gewohnheiten hat das Unternehmen bereits Investitionen in Luxusanwesen gestutzt.

Einschnitte kommen nicht völlig überraschend

Chesky schwor das Personal auf "fundamentale Änderungen" ein, die mit einer Reduzierung der Belegschaft einhergehen müssten. Ziel sei eine fokussierte Geschäftsstrategie. Von Jobverlust betroffene Angestellte würden noch mindestens 14 Wochen Grundgehalt bekommen, bei den US-Mitarbeitern sei die Krankenversicherung für ein Jahr garantiert, kündigte Chesky an. Entlassenes Personal in anderen Ländern bleibe bis Jahresende versichert.

Die Einschnitte kommen nicht völlig überraschend. Im April hatten zwei Privatkapitalgesellschaften - Silver Lake und Sixth Street Partners - Fremd- und Eigenkapital im Umfang von eine Milliarde Dollar in Airbnb investiert. Der Deal erforderte vermutlich eine Zusage von Kostensenkungen.

RND/AP

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