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Condor: Fluggesellschaft verlässt Schutzschirmverfahren – aber ohne Investor

  • Die Ungewissheit beim Ferienflieger Condor hat ein Ende.
  • Die Fluggesellschaft kann nach Zustimmung der Gläubiger das Schutzschirmverfahren verlassen.
  • Mit 51 Flugzeugen will Condor am 1. Dezember an den Start gehen.
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Frankfurt/Main. Der Ferienflieger Condor startet zum 1. Dezember in eine eigenständige Zukunft. Die Gläubiger der Fluggesellschaft haben am Donnerstag dem Restrukturierungsplan zugestimmt, wie Unternehmen und Amtsgericht Frankfurt berichteten. Die frühere Tochter des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook kann damit ihr Schutzschirmverfahren verlassen, die mildeste Form der Insolvenz nach deutschem Recht.

Suche nach einem Investor verschoben

Bei der Präsenz-Verhandlung im Congress-Centrum an der Frankfurter Messe stimmten sämtliche Gläubigergruppen mehrheitlich dem Konzept zu und verzichteten anschließend darauf, Rechtsmittel einzulegen. Der Plan wurde umgehend vom zuständigen Richter bestätigt und ist damit rechtskräftig, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Frankfurt bestätigte.

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Der Weg ist jetzt frei, dass der 1. Dezember für Condor ein Neustart als gesundes Unternehmen sein wird.

Ralf Teckentrup, CEO von Condor

Wegen der andauernden Corona-Krise wurde allerdings die Suche nach einem neuen Investor aufgeschoben. Seine Position nimmt als Treuhänder bis auf weiteres die SG Luftfahrtgesellschaft ein. Das bisherige Management unter Führung von Ralf Teckentrup bleibt im Amt und soll bei besserer Marktlage einen neuen Investorenprozess starten.

„Der Weg ist jetzt frei, dass der 1. Dezember für Condor ein Neustart als gesundes Unternehmen sein wird“, erklärte Teckentrup laut einer Mitteilung. Kunden und Partner könnten sich auch in Zukunft auf den Ferienflieger verlassen.

Flugverkehr wegen Corona noch eingeschränkt

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Ermöglicht wird der Neustart durch einen langfristigen Kredit der staatlichen KfW-Bank über 550 Millionen Euro. Sachwalter Lucas Flöther scheidet nach getaner Arbeit wieder aus dem Unternehmen aus. Unter seiner Aufsicht wurde die Belegschaft verkleinert, Verträge mit Lieferanten verbessert und die Firmenzentrale zu deutlich niedrigeren Mietkosten vom Frankfurter Flughafen ins nahe Neu-Isenburg verlegt. Die Gewerkschaften stimmten zudem Sanierungstarifverträgen zu.

Zum Neustart hat Condor nach eigenen Angaben rund 4200 Mitarbeiter und 51 Flugzeuge. Wegen der Pandemie ist der Flugverkehr allerdings stark eingeschränkt und der Großteil des Personals befindet sich in Kurzarbeit.

Erster Langstreckenflug für Ende Oktober geplant

Für den Winter hat Teckentrup ein Volumen von zehn bis 15 Prozent des sonst üblichen Niveaus angekündigt. Am 31. Oktober startet wieder ein erster Langstreckenflug nach Kuba.

Die jetzt abgeschlossene Restrukturierung ist bereits der zweite Schutzschirmplan für die einstige Thomas-Cook-Airline. Im Frühjahr war der noch vor Corona verabredete Einstieg der polnischen Luftfahrt-Holding PGL geplatzt, weil deren Hauptgesellschaft Lot durch die Pandemie selbst in Bedrängnis geraten war. Es folgte eine Umschuldung bei der Condor und ein neuer Schutzschirmplan.

RND/dpa

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