Commerzbank leidet unter Corona-Risikovorsorge

  • Die Commerzbank hat weiter zu kämpfen. Die Zwischenbilanz für die ersten drei Monate 2020 fällt nicht besonders rosig aus.
  • Vor allem die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle wegen der Corona-Krise fällt schwer ins Gewicht.
  • Im Kundengeschäft verzeichnete die Bank jedoch eine gute Entwicklung.
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Frankfurt/Main. Die Commerzbank ist wegen der Furcht vor vielen Kreditausfällen infolge der Corona-Krise im ersten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. In den ersten drei Monaten stand ein Minus von 295 Millionen Euro in den Büchern, wie der Frankfurter MDax-Konzern am Mittwoch mitteilte.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 240 Millionen Euro gerechnet. Die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle musste auf 326 (Vorjahreszeitraum: 78) Millionen Euro vervierfacht werden.

Solide Kernkapitalquote

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Im Kundengeschäft verzeichnete die Bank jedoch eine gute Entwicklung und steigerte damit ihren Zins- und Provisionsüberschuss im Vergleich zum Vorjahresquartal insgesamt um 10 Prozent. Ohne die Corona-bedingten Belastungen von insgesamt 479 Millionen Euro hätte die Bank operativ einen Gewinn von 202 Millionen Euro erzielt.

Die harte Kernkapitalquote blieb trotz der Corona-Effekte mit 13,2 Prozent auf einem laut dem Unternehmen “komfortablen Niveau” und bilde eine gute Basis für die Bewältigung der Krise sowie für die weitere Umsetzung der Strategie, so die Commerzbank. Derweil hat die Bank entschieden, den Verkauf der polnischen mBank angesichts der aktuellen Marktverwerfungen und mit Blick auf die eigene starke Kapitalposition nicht weiter zu verfolgen.

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Kommt es zur Ausdünnung des Filialnetzes?

Der Vorstand um Konzernchef Martin Zielke hatte bereits bei der Bilanzvorlage Mitte Februar angekündigt, dass das Management "weitere Einsparpotenziale" auslotet. Spekuliert wurde zuletzt in Presseberichten über eine deutliche Ausdünnung des Filialnetzes von 1000 Standorten auf 400 bis 500 Geschäftsstellen.

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Ab Mittwochmittag wird der Vorstand den Aktionären des seit der Finanzkrise teilverstaatlichten Instituts unter anderem erklären, warum selbst die zunächst angekündigte magere Dividende für das vergangene Geschäftsjahr nicht gezahlt wird. Die Hauptversammlung wird wegen der Coronavirus-Pandemie komplett als Online-Veranstaltung ausgerichtet.

RND/dpa

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