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Commerzbank in der Krise: Verlust zum Jahresauftakt und keine Dividende für 2019

  • Die Commerzbank hat weiter unter der Corona-Krise zu kämpfen.
  • Alleine für das erste Quartal wird ein Verlust von 240 Millionen Euro erwartet.
  • In der Folge könnten mehrere hundert Arbeitsplätze und Filialen wegfallen.
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Frankfurt/Main. Nach dem Gewinneinbruch 2019 drohen bei der Commerzbank weitere Einschnitte. Das turbulente erste Quartal inklusive Börsencrash und Corona-Pandemie dürfte die Notwendigkeit zusätzlicher Einsparungen noch unterstreichen. Analysten rechnen an diesem Mittwoch (13. Mai) mit roten Zahlen für den Zeitraum Januar bis einschließlich März 2020.

240 Millionen Euro Verlust im ersten Quartal

Am selben Tag wird der Vorstand den Aktionären des seit der Finanzkrise teilverstaatlichten Instituts erklären, warum selbst die zunächst angekündigte magere Dividende für das vergangene Geschäftsjahr nicht gezahlt wird. Die Hauptversammlung wird erstmals komplett als Online-Veranstaltung ausgerichtet.

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Für das erste Quartal erwarten Analysten im Schnitt unter dem Strich einen Verlust von 240 Millionen Euro. Damit wäre der Jahresstart noch deutlich schlechter ausgefallen als ein Jahr zuvor. Damals hatten sinkende Erträge und eine höhere Steuerlast der Commerzbank einen Gewinneinbruch auf 120 Millionen Euro eingebrockt.

Jede fünfte Filiale könnte geschlossen werden

Die neue Finanzchefin Bettina Orlopp hatte bei der Bilanzvorlage Mitte Februar gesagt, derzeit würden "weitere Einsparpotenziale" ausgelotet, "die über die bereits kommunizierten hinausgehen". Details soll es spätestens zur Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal Anfang August geben. Spekuliert wurde zuletzt in Presseberichten über eine deutliche Ausdünnung des Filialnetzes von 1000 Standorten auf 400 bis 500 Geschäftsstellen.

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Im September hatte der Vorstand unter anderem angekündigt, bis 2023 weitere 2300 Stellen abzubauen. Ende vergangenen Jahres hatte die Bank auf Vollzeitbasis knapp 40.400 Mitarbeiter, im laufenden Jahr soll die Zahl nach letzten Angaben auf knapp 39.000 sinken. Zudem schließt das Institut jede fünfte seiner etwa 1000 Filialen.

Commerzbank integriert Comdirect

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Um in Sachen Digitalisierung noch schlagkräftiger zu werden, integriert die Commerzbank ihre Online-Tochter Comdirect. Die verbliebenen Minderheitsaktionäre des Instituts mit Sitz im schleswig-holsteinischen Quickborn kann die Commerzbank nach einem Beschluss der Comdirect-Hauptversammlung aus der vergangenen Woche wie geplant per Barabfindung aus dem Unternehmen drängen ("Squeeze-out").

Ungewiss ist dagegen, ob es der Commerzbank gelingen wird, ihre Mehrheitsbeteiligung an der polnischen mBank zu Geld zu machen. Konzernchef Martin Zielke hatte das Ziel ausgegeben, den Verkauf bis Ende 2020 abzuschließen. Ob das angesichts des unsicheren Umfeldes zu einem akzeptablen Preis gelingen kann, ist jedoch fraglich.

Commerzbank-Vorsitzender Martin Zielke will bis Ende 2020 die Mehrheitsbeteiligung an der polnischen mBank verkaufen. © Quelle: imago images/STAR-MEDIA

Keine Dividende für Aktionäre

Zielke, der seit Ende April auch Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) ist, hatte für die Branche insgesamt angesichts der Corona-Krise vor stark zunehmenden Kreditausfällen gewarnt: "Wir müssen damit rechnen, dass wir eine der tiefsten Rezessionen der Nachkriegsgeschichte bekommen. Das wird entsprechende Ausfälle geben."

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Für die im MDax der mittelgroßen Werte notierte Commerzbank hatte Zielke zuvor bereits betont: “Wir verfügen über starke Kapitalpuffer und eine komfortable Liquiditätsposition, die über allen regulatorischen Anforderungen liegen.” Dennoch folge der Vorstand der Empfehlung der Aufseher und verzichte vorerst auf eine Gewinnausschüttung.

Eigentlich war geplant, dass die seit Jahren gebeutelten Aktionäre für 2019 zumindest wieder eine Mini-Dividende von 15 Cent je Anteilsschein bekommen. Wenig Freude macht den Anteilseignern zudem der Aktienkurs: Er dümpelte zuletzt knapp über der Drei-Euro-Marke.

RND/dpa

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