CO2-Steuer – Bosch- und Deutsche-Post-Chef sind dafür

Alles für den Klimaschutz. Die Chefs der Deutschen Post und von Bosch sind jedenfalls für die Einführung einer CO2-Steuer. Und sehen dabei keine Auswirkungen auf das deutsche Wachstum.

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Frankfurt/Bonn/Gerlingen. In der Debatte über einen CO2-Preis plädiert Deutsche-Post-Chef Frank Appel für eine Steuer auf das Treibhausgas. "Wir brauchen in Europa oder in allen Industriestaaten eine CO2-Steuer, die berechenbar langfristig steigt", sagte der Manager der "Rheinischen Post" (Samstag). "Dann können sich Konsumenten und Unternehmen in ihrem Verhalten anpassen und gezielt in Anlagen investieren, die den Ausstoß von CO2 begrenzen."

Als Chef des größten europäischen Logistikkonzerns glaube er nicht, dass Klimaschutz der Wirtschaft schade, sagte Appel weiter. „Wir werden grüneres Wachstum haben, aber nicht weniger. Weniger Wachstum wäre ja nur zu erwarten, wenn Menschen verboten wird, bestimmte Waren zu kaufen oder irgendwohin zu reisen“, so der Vorstandschef.

Offen für eine Steuer auf das Treibhausgas zeigte sich auch der Chef des weltgrößten Autozulieferers Bosch, Volkmar Denner. „Technologie-Offenheit ließe sich über die CO2-Bepreisung fördern, etwa über eine Steuer auf die Treibhausgas-Emission“, schreibt Denner in seiner Kolumne im Bosch-Unternehmensblog. Aber: „Die CO2-Bepreisung allein wird nicht zur Klimaneutralität in allen Wirtschaftssektoren führen“. Es brauche flankierende Maßnahmen. Zum Beispiel könnten die Einnahmen aus der Steuer wieder in die Verkehrswende investiert werden.

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Angesichts der Klimawandels macht sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) für eine CO2-Steuer stark. Sie schlägt vor, Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas erst einmal über höhere Energiesteuern um 35 Euro pro Tonne CO2, die beim Verbrennen entsteht, zu verteuern. Der Wirtschaftsflügel der Union lehnt hingegen eine CO2-Steuer ab.

Von RND/dpa