CO₂-Rechner: So viel Emissionen produzieren Neuwagen

  • Autos, die im ersten Halbjahr 2020 zugelassen wurden, produzieren durchschnittlich 4,4 Prozent weniger CO₂ als im Vorjahreszeitraum.
  • Besonders gut schneiden Opel mit minus 13,5 Prozent und Renault mit minus 11,4 Prozent ab.
  • Unser CO₂-Rechner zeigt, welche Automodelle besonders umweltfreundlich sind.
Johannes Christ
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Die neu zugelassenen Autos in Deutschland stoßen immer weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO₂) aus. Im Durchschnitt lagen die Emissionen der im ersten Halbjahr 2020 zugelassenen gut 1,2 Millionen Neuwagen um 4,4 Prozent unter dem Wert aus dem ersten Halbjahr 2019. Das geht aus einer Erhebung des Kraftfahrt-Bundesamts hervor. Nach dem gültigen Testverfahren WLTP stießen sie durchschnittlich 150,8 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus. Bei fast allen Marken ergaben sich Verbesserungen.

CO₂-Ausstoß bei Opel sinkt um 13,5 Prozent

Betrachtet man nur Marken mit mindestens 2 Prozent Marktanteil im ersten Halbjahr, zeichnet sich Opel mit der stärksten Verbesserung aus: Der CO₂-Ausstoß der Autos der Rüsselsheimer sank laut offizieller Statistik im Schnitt um 13,5 Prozent. Auch Renault konnte sich mit einem Minus von 11,4 Prozent zweistellig verbessern. BMW senkte den CO₂-Ausstoß um 9 Prozent, Mercedes um 6,6, Audi um 5,6 und Volkswagen um 4,8 Prozent.

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Den niedrigsten CO₂-Ausstoß verzeichnete – reine Elektroautohersteller nicht mitgezählt – Renault mit 116,6 Gramm pro Kilometer. Der französische Hersteller profitierte dabei davon, dass mehr als jedes siebte neu zugelassene Fahrzeug von ihm ein Elektroauto war.

Seat Mii hat den geringsten CO₂-Ausstoß

Schaut man sich die einzelnen Automodelle an, hat der Seat Mii mit 35 Gramm pro Kilometer den geringsten CO₂-Ausstoß, gefolgt vom Kia Niro (38 Gramm pro Kilometer) und BMW 18 (50 Gramm pro Kilometer). Ausgenommen sind Elektroautos, die gar kein Kohlendioxid ausstoßen. Am meisten CO₂ produziert demnach der Lamborghini Aventador (367 Gramm pro Kilometer), gefolgt vom Maserati Granturismo (345 Gramm pro Kilometer).

Die folgende Tabelle listet den CO₂-Ausstoß von allen Modellreihen mit mindestens fünf neu zugelassenen Fahrzeugen im ersten Halbjahr 2020 auf (Ausnahme: Oberklasse und Sportwagen). Pauschal lässt sich grob sagen: Je weniger Treibstoff ein Fahrzeug verbraucht, desto weniger CO₂ wird ausgestoßen.

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Zu viel CO₂ führt zu Erderwärmung

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Kohlenstoffdioxid (CO₂) ist ein Treibhausgas, das bei zu hoher Konzentration in der Luft zu einer dauerhaften globalen Erwärmung führt. Es ist für den Menschen eigentlich ungefährlich, behindert aber in zu hoher Konzentration die Sauerstoffaufnahme und kann beispielsweise zu Schwindel oder Kopfschmerzen führen.

Die CO₂-Belastung ist von der Belastung durch Stickoxide (NOx) zu unterscheiden, eine Art Feinstaub. NOx können die Bronchien angreifen, schädigen die Schleimhäute oder reizen die Augen. In dauerhafter und hoher Konzentration greifen sie die Lungenfunktion an, was letztendlich zu chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann.

Diesel stoßen weniger CO₂ aus – aber mehr NOx

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Laut Umweltbundesamt stoßen Diesel-Pkw bei gleicher Motorisierung theoretisch bis zu 15 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid (CO) aus als Benziner. Dieselfahrzeuge galten deshalb lange Zeit als umweltfreundlich. Gleichzeitig erzeugen Dieselmotoren aber wesentlich mehr Stickoxide (NOx), was besonders die Luft in Großstädten belastet.

Seit 2020 gilt in der EU für neue Pkw ein Grenzwert von 95 Gramm CO₂ pro Kilometer. Dies ist ein Flottenwert – nicht jedes Auto muss ihn einhalten. Vielmehr sollen alle in der EU neu verkauften Pkw im Stichjahr diese Grenze im Schnitt nicht überschreiten. Ein CO₂-freies Elektroauto kann also zum Beispiel die höheren Emissionen eines SUV oder Sportwagens ausgleichen.

Neuer Teststandard braucht neuen Grenzwert

Der EU-Grenzwert bezieht sich allerdings noch auf das alte Testverfahren “Neuer Europäischer Fahrzyklus” (NEFZ), das lange in der Kritik stand, weil es praxisfremd und Einfallstor für legale Tricks der Autohersteller war. Im Grunde ergab der Test einen reinen Laborwert, der wesentlich niedrigere Verbrauchswerte nannte, als im realen Fahrbetrieb auf der Straße tatsächlich emittiert wurden.

Seit dem 1. September 2018 ist nun der neue anspruchsvollere WLTP (Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure) für jede Erstzulassung eines Neuwagens Pflicht, der realistischere Ergebnisse liefert. Das heißt aber auch, dass die CO₂-Emissionswerte auf den Zulassungspapieren nun erheblich höher ausfallen. Das Bundesumweltministerium schätzt, dass sie durch das neue Testverfahren um etwa 20 Prozent ansteigen. “Der NEFZ-Flottengrenzwert von 95 g CO₂/km würde demnach einem WLTP-Flottengrenzwert von ungefähr 115 g CO₂/km entsprechen”, schreibt das Bundesumweltministerium. Ein endgültiger neuer Grenzwert wird von der EU erst 2021 bekannt gegeben.

mit dpa

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