Was bedeutet die CE-Kennzeichnung auf Produkten?

  • FFP2-Masken, Sonnenbrillen, Wärmflaschen, elektronische Geräte: Viele verschiedene Produkte sind häufig mit den Buchstaben CE versehen.
  • Doch was bedeutet diese Kennzeichnung überhaupt und warum ist sie wichtig?
  • Wir erklären’s hier.
Lisa Marie Simmack
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Nicht erst seit Atemschutzmasken unseren Alltag bestimmen, spielt die CE-Kennzeichnung eine wichtige Rolle für den Verbraucherschutz. Doch was hat es damit eigentlich auf sich?

Wofür steht CE bei Produkten?

Viele Produkte, die im europäischen Wirtschaftsraum gehandelt werden, sind mit der Buchstabenkombination CE versehen. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der französische Begriff Communauté Européenne, der ins Deutsche übersetzt Europäische Gemeinschaft heißt. Die CE-Kennzeichnung weist auf die Konformität des gekennzeichneten Produktes mit den geltenden Anforderungen hin, die von der Europäischen Union an den Hersteller des Produktes gestellt werden. Genauer handelt es sich hierbei um bestimmte, festgelegte Sicherheits-, Gesundheits-, Umwelt- oder Energieverbrauchsanforderungen, die nicht unterschritten werden dürfen.

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Hat ein Hersteller also sein Produkt mit der CE-Kennzeichnung versehen, erklärt er damit, dass dieses Produkt den geltenden EU-Vorschriften entspricht.

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Welche Produkte sind CE-kennzeichnungspflichtig?

Bestimmte Richtlinien der EU geben vor, welche Produktarten CE-kennzeichnungspflichtig sind. Das sind Produkte, die innerhalb des europäischen Binnenmarktes erstmalig in den Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden. Das CE-Kennzeichen bedeutet allerdings nicht, dass die Produkte in der EU hergestellt worden sind, sondern, dass sie im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum gehandelt werden können. Dazu gehören unter anderem Maschinen, Kinderspielzeug, Aufzüge und nahezu alle elektronischen Geräte.

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Wie bekommen Produkte eine CE-Kennzeichnung?

Zunächst muss der Hersteller feststellen, unter welche Richtlinien sein Produkt fällt, bevor er in einem anschließenden Konformitätsbewertungsverfahren nachweisen muss, dass sein Produkt alle erforderlichen Standards erfüllt. Handelt es sich um ein Produkt, das als gefährlich eingestuft wird, muss eine „Benannte Stelle“, z.B. der TÜV, in den Prozess miteinbezogen werden. Diese „Benannten Stellen“ werden übrigens als mehrstellige Zahlen hinter dem CE-Kennzeichen kenntlich gemacht. Im letzten Schritt stellt der Hersteller die sogenannte EG-Konformitätserklärung aus und kann die CE-Kennzeichnung dann an seinem Produkt anbringen.

Die CE-Kennzeichnung sollte allerdings nicht als Gütesiegel der EU-Behörden missverstanden werden. Der Hersteller oder ein in der Europäischen Union niedergelassener Bevollmächtigter bringt diese Kennzeichnung eigenverantwortlich an. Es geht dabei eher darum, dass die EU mit diesem Verfahren versucht, Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Produktsicherheit zu gewährleisten.

Wie muss die Kennzeichnung aussehen? Gibt es Vorschriften?

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Die CE-Kennzeichnung unterliegt einem vorgegebenen Schriftbild, das eingehalten werden muss. Auch, wenn bei der Größe des Zeichens Variationen möglich sind, müssen die Proportionen sowie die Mindestgröße von fünf Millimetern eingehalten werden. Die CE-Kennzeichnung muss auf dem Produkt, auf dem daran befestigten Schild oder, wenn dies nicht möglich ist, auf der Verpackung oder auf den Begleitunterlagen des Produktes angebracht werden.

Gibt es Fälschungen des CE-Kennzeichens?

In der Tat sind auf dem Markt auch gefälschte CE-Kennzeichen zu finden. So können Hersteller oder Händler aus Drittländern sich das Vertrauen der Verbraucher in die CE-Kennzeichnung zunutze machen. Bei Produkten mit einem gefälschten CE-Kennzeichen können Probleme auftreten, woraufhin der Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur ausrücken und die Störquelle suchen kann. Die Kosten, die dabei entstehen, trägt allerdings der Verbraucher. Gefährlich wird es außerdem, wenn es durch eine gefälschte CE-Kennzeichnung zu einem Schaden kommt. Zwar hat man als Verbraucher einen Anspruch auf Schadensersatz – allerdings ist das außerhalb Deutschland und der Europäischen Union eine komplizierte Angelegenheit, die man vermeiden sollte. Es lohnt sich deshalb also immer, das Produkt vorher genau unter die Lupe zu nehmen!

Um herauszufinden, ob das Produkt sicher ist und eine echte CE-Kennzeichnung vorliegt, sollte man zunächst einen Blick auf die Beschreibung, den Kaufpreis oder auch auf Internetbewertungen des Artikels werfen. Auf den Seiten der Europäischen Kommission gibt es außerdem ein Schnellwarnsystem, bei dem sich Konsumenten informieren können, welche Produkte als gefährlich eingestuft sind. Außerdem sollten immer der Firmenname und die Adresse des Herstellers aufgeführt sein. Bei einem gefälschten CE-Kennzeichen stehen die Buchstaben oft sehr nah aneinander und der Mittelstrich des Buchstaben E ragt weiter hinaus als bei der Originalkennzeichnung.

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