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Bund entlastet Mieter beim CO₂-Preis: Mehrheit der Deutschen laut Umfrage für Aufteilung der Kosten

  • Nach wochenlangen Diskussionen gibt es eine Einigung in der großen Koalition.
  • Die Bundesregierung hat beschlossen, dass Mieter die Kosten des CO₂-Preises, der seit 1. Januar gilt, nicht mehr allein tragen.
  • Eine klare Mehrheit der Deutschen befürwortet das einer aktuellen Umfrage nach.
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Eine klare Mehrheit der Bundesbürger befürwortet eine Lastenteilung zwischen Mieter und Vermieter bei den neuen CO₂-Preisen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Verbraucherportals Verivox hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Insgesamt knapp 59 Prozent der Befragten hätten sich für eine Verteilung der zusätzlichen Kosten ausgesprochen, teilt Verivox mit. Wobei gut ein Viertel dafür votiert, dass die Aufwendungen jeweils zu 50 Prozent von den Bewohnern der Mietshäuser sowie den Eigentümern der Immobilien getragen werden. Am populärsten war aber das Konzept, dass Vermieter in Abhängigkeit vom energetischen Zustand des Gebäudes einen größeren oder einen kleineren Teil der finanziellen Belastungen übernehmen. Jeder Dritte sprach sich dafür aus. Jeweils 15 Prozent der Teilnehmer sehen die beste Lösung darin, dass eine Seite – entweder Vermieter oder Mieter – die gesamten Kosten übernimmt.“

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Vermieter müssen künftig die Hälfte der CO₂-Kosten zahlen
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Vermieter sollen künftig die Hälfte der Kosten für den seit 1. Januar geltenden CO₂-Preis auf Öl und Gas tragen.  © dpa
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Vor allem Bewohner von unsanierten Häusern trifft der CO₂-Preis mit voller Wucht“, sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, dem RND. Gegen die höheren Aufwendungen etwas zu unternehmen liege aber in erster Linie in der Hand der Vermieter. „Insofern scheint die von vielen Deutschen gewünschte Aufteilung zwischen beiden Parteien gerecht. Selbst betroffene Mieter und Vermieter sehen das offensichtlich genauso“, so Storck.

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Vermieter sollen künftig die Hälfte der Kosten für CO₂-Preis tragen

Seit Anfang des Jahres wird ein Preis von 25 Euro pro Tonne Kohlendioxid erhoben, die aus Öl- oder Gasheizungen, aus Benzin- und Dieselmotoren in die Luft geblasen wird. Die neue Abgabe macht damit einen Anteil von knapp 8 Cent am Preis von einem Liter Heizöl und von 0,54 Cent an einer Kilowattstunde Erdgas aus. Nach aktueller Rechtslage gilt bei der Verteilung der Kosten das Verursacherprinzip. Vermieter können also die CO₂-Kosten komplett an ihre Mieter abwälzen. Allerdings hat sich Medienberichten zufolge die große Koalition in Berlin am Mittwoch darauf geeinigt, dass Mieter und Vermieter die Kosten jeweils zur Hälfte übernehmen. Rund 23 Millionen Haushalte sind betroffen.

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CO₂-Preise: Bundesregierung fasst Beschluss begleitend zum neuen Klimaschutzgesetz

Der aktuelle CO2-Preis kann für viele Wohnungen zusätzliche Aufwendungen von 10 Euro und mehr pro Monat bringen. Das wird sich in den nächsten Jahren aber deutlich steigern. Beschlossen ist eine Erhöhung auf 55 Euro bis 2025. Im Zuge der Diskussion über das neue Klimagesetz wurde von vielen Seiten aber eine schnellere Steigerung vorgeschlagen. So macht sich die CSU dafür stark, die Abgabe vom 1. Januar 2022 an auf 45 Euro zu erhöhen. Das hätte einen weiteren Aufschlag von rund 7 Cent pro Liter Heizöl zur Folge.

Experten haben sich dafür ausgesprochen, dass die Emissionssteuer auf bis zu 100 Euro im Jahr 2030 erhöht werden soll. Allerdings soll mit den Einnahmen aus der Abgabe zugleich der Strompreis gesenkt werden. Mit dem Ziel, den Einsatz elektrischer Energie in vielen Feldern zu fördern. Beispielsweise könnten moderne Wärmepumpen, die extrem effizient sind, Öl- und Gasheizungen ersetzen. Auch die Elektromobilität kann von billigerem Strom profitieren.

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Für die Verivox-Studie wurden im Februar deutschlandweit online 1.001 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt. Die Umfrage ist repräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundesland und wurde vom Marktforschungsinstitut Innofact erhoben.

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