Börsen am Montag: Fester Wochenauftakt im Dax

  • Wieder anziehende Aktienkurse bei US-Technologiewerten haben am Freitag für eine schwungvolle Erholung an der New Yorker Wall Street gesorgt.
  • Der Dax folgt diesem Beispiel und meldet am Montag deutliche Zugewinne.
  • Im Fokus steht unter anderem der Börsengang von Siemens Energy.
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Frankfurt. Nach den deutlichen Verlusten der Vorwoche ist der deutsche Aktienmarkt merklich fester in die neue Woche gestartet. Positive Impulse kamen von den US-Börsen, die am Freitag - angetrieben von den Technologieaktien - im späten Handel kräftig zugelegt hatten. Die weiter steigenden Corona-Infektionszahlen dürften Börsianern zufolge aber die Kauflust der Anleger in Grenzen halten.

Der Dax stieg im frühen Handel um 2,40 Prozent auf 12.768,51 Punkte. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex fast fünf Prozent eingebüßt und war zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli gefallen.

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Aus Branchensicht sind bislang Banken und Automobilwerte am meisten gefragt. Bemerkenswert ist, dass der Dax an diesem Montag 31 Mitglieder hat. Die Aktien von Siemens Energy befinden sich aus technischen Gründen für einen Tag im Leitindex.

Der erste Kurs für die Papiere des abgespaltenen Energiegeschäfts von Siemens lag bei 22,01 Euro. Kurz darauf sackten sie zwar bis auf 19,21 Euro ab, erholten sich aber rasch wieder auf zuletzt 21,34 Euro. Die Siemens-Anteilsscheine fielen wegen des Abschlags auf Siemens Energy um rund 2 Prozent.

Optimistische Aussagen von BMW zum wichtigen chinesischen Absatzmarkt trieben den Aktienkurs um 3,4 Prozent nach oben. Am Freitag waren BMW noch größter Verlierer im Dax und auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen.

Ein neuer Chef für die Commerzbank ist am Montag an der Börse gut aufgenommen worden. Der Aktienkurs zog an der MDax-Spitze um 4,4 Prozent an. Der von der Deutschen Bank kommende neue Commerzbank-Chef Manfred Knof sollte am Markt auf Zustimmung stoßen, schrieb Analystin Martina Matouskova vom US-Broker Jefferies. Denn Knof habe zuvor das Geschäft der Allianz Deutschland wieder auf Erfolgskurs gebracht.

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Die Aktien von LPKF schnellten um 6,9 Prozent aufwärts und waren damit Spitzenreiter im SDax. Der Laserspezialist sicherte sich einen Großauftrag für seine wichtige Solarsparte.

Techwerte ziehen Wall Street ins Plus

Wieder anziehende Technologiewerte haben am Freitag eine schwungvolle Erholung an den US-Börsen angeführt. Wegen konjunktureller und politischer Sorgen war der Dow Jones Industrial zwar lustlos in den Handel gestartet, dann aber wurden die Anleger immer mutiger. Am Ende gewann der Leitindex 1,34 Prozent auf 27.173,96 Punkte. Sein Wochenminus, das ihm der Kursrutsch am Montag eingebrockt hatte, konnte er so in letzter Minute noch auf unter zwei Prozent reduzieren.

Zuerst wurde als Belastung auf die weiter nicht erfreulichen Coronavirus-Infektionszahlen, das noch immer fehlende US-Konjunkturprogramm und die anstehende US-Präsidentschaftswahl verwiesen. Dann aber kamen die Schnäppchenjäger und griffen munter zu, hieß es am Markt. Am Vortag war der Dow zwischenzeitlich auf ein Tief seit Anfang August abgerutscht, nun kehrte er über die Marke von 27.000 Punkten zurück.

Vor allem setzte die zuletzt abhanden gekommene Stärke bei den Technologiewerten wieder ein, was auch dem Gesamtmarkt wieder einen gewissen Schub gab. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 2,34 Prozent auf 11 151,13 Punkte. Der marktbreite S&P 500 legte 1,60 Prozent auf 3298,46 Punkte zu.

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Boeing-Aktien gesucht

Charttechniker Franz-Georg Wenner von Index-Radar hatte den Dow am Freitag “als langsam reif für eine Gegenbewegung” bezeichnet, die sich im Tagesverlauf dann auch einstellte. Er verwies aber zugleich darauf, dass ein Grundstein für eine erneute Rally erst dann gelegt wird, wenn der Dow die 27 500 Punkte zurück erobert - und damit eine Reihe zuletzt fallender Hochpunkte im Chart durchkreuzt. Bis auf 27 239 Punkte war er dieser Marke nun schon näher gekommen.

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Im Dow erholten sich die Boeing-Aktien als Spitzenreiter um 6,8 Prozent von ihrem jüngsten Tief seit Anfang Juni. Anleger sahen hier einen Lichtschimmer beim Krisenflieger 737 Max. Zuerst stützten ermutigende Aussagen der europäischen Flugsicherheitsbehörde die Hoffnung auf eine baldiges Ende des Flugverbots. Dies verdichtete sich, als es hieß, der Chef der FAA werde selbst für einen Testflug in das Flugzeug steigen, um das Vertrauen in den Jet zu untermauern.

Zweitbester Dow-Wert und damit auch ein Wegweiser für die Technologiewerte an der Nasdaq wurden die Apple-Aktien mit einem Anstieg um 3,8 Prozent. Sie zeigten sich damit unbeeindruckt von der Berufung der EU-Kommission gegen ein Urteil des obersten Gerichts der Europäischen Union. Im Nasdaq 100 rückten die zuletzt unter Druck geratenen Tesla-Papiere dieses Mal um fünf Prozent vor.

Erholt zeigten sich vor allem die Aktien von Fluggesellschaften sowie aus dem allgemeinen Reisesektor. Dort heimsten die Papiere der Kreuzfahrt-Reedereien Carnival und Royal Caribbean ein Plus von bis zu 9,7 Prozent ein. Verwiesen wurde hier auf eine Stimme des britischen Barclays-Bank, die die Branche am Wendepunkt sieht. Expertin Vicki Stern erhofft sich baldige Signale für eine kurzfristige Rückkehr in den Kreuzfahrtbetrieb.

Unter den Nebenwerten unter Druck gerieten dagegen die im Nasdaq 100 gelisteten Aktien der Einzelhandelskette Costco. Mit einem Minus von 1,3 Prozent litten sie darunter, dass der Großhändler außerordentliche Kosten zum Schutz der Kunden wegen Corona offengelegt hatte.

Euro am Montag mit leichten Gewinnen

Der Euro war noch am Freitag unter Druck geblieben. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel im Verlauf mit 1,1613 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Juli.

Am Montagmorgen kann der Euro zum Dollar wieder um 0,13 Prozent auf 1,1641 leicht zulegen.

RND/casc/dpa

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