Börse: Wirtschaftsdaten aus Japan helfen Dax

  • Mit besser als befürchteten japanischen Wirtschaftsdaten im Rücken ist der Dax am Montag positiv in die neue Handelswoche gestartet.
  • Damit knüpft das Börsenbarometer an seine am Freitag begonnene Erholung an.
  • Experten mahnen dennoch zur Vorsicht.
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Frankfurt/Main. Mit besser als befürchteten japanischen Wirtschaftsdaten im Rücken ist der Dax am Montag positiv in die neue Handelswoche gestartet. Am frühen Mittag gewinnt das deutsche Börsenbarometer mehr als 2,7 Prozent auf 10.750 Punkte hinzu und knüpfte so an seine Freitagserholung an.

Solange der Dax allerdings in seiner jüngsten Spanne der vergangenen Wochen zwischen 10.000 und 11.000 Punkten bleibt, wollen Börsianer noch nicht von einem größeren Befreiungsschlag sprechen, wenngleich sich das Bild aufgehellt habe.

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Ernüchterung an der New Yorker Wall Street

Die US-Aktienmärkte hatten sich zwar am Freitag im späten Handel von ihren frühen Verlusten befreit und sind mit moderaten Gewinnen ins Wochenende gegangen. Dennoch war an den New Yorker Börsen zuletzt Ernüchterung eingekehrt.

Weltweit schreiten die wirtschaftlichen und sozialen Lockerungen zwar voran, doch sorgen sich die Anleger um das Tempo der konjunkturellen Erholung. Zudem droht der Handelsstreit zwischen den USA und China wieder stärker hochzukochen.

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Es bleibt eine Wackelpartie

Alles in allem bleibe es eine Wackelpartie, der Bärenmarkt sei bis auf weiteres intakt, schrieb Martin Utschneider, Marktexperte bei Donner und Reuschel am Morgen in einem Marktkommentar. “Trotz einer technischen Erholung seit den März-Tiefs um die 8.260 Punkte kann von einer Stabilisierung auf „Vor-Corona-Niveau“ noch lange nicht die Rede sein", ergänzte Utschneider.

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Laut Analyst Christian Schmidt von der Helaba muss “in den kommenden Wochen davon ausgegangen werden, dass sich der Kampf zwischen den Bullen und Bären fortsetzen wird”. Aus technischer Sicht sei der Dax noch nicht über den Berg. Die Entwicklung des Goldpreises zeige, dass die Suche nach Sicherheit bei den Investoren noch immer anhält. Das Edelmetall ist mittlerweile so teuer wie letztmals 2012.

Der Stimmung an der Frankfurter Börse förderlich waren am Montag zumindest verhalten positive Signale der japanische Wirtschaft. Japan war zwar wegen der Corona-Krise im ersten Quartal in eine Rezession gerutscht, die Wirtschaft schlug sich aber besser als von Ökonomen gedacht. Als hilfreich angesehen wurden auch wieder anziehende Ölpreise.

Auf Unternehmensseite sorgte am Morgen ein Bericht über T-Mobile US für Gesprächsstoff. Der japanische Mischkonzern Softbank will einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge einen bedeutenden Anteil am gerade fusionierten US-Mobilfunker an die Deutsche Telekom verkaufen, die ihren Anteil auf über 50 Prozent erhöhen könnte.

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Die Telekom-Aktien hinkten dem Markt als Dax-Schlusslicht mit einem Anstieg 0,4 Prozent hinterher. Sie gelten als defensiv - und rücken so in guten Börsenzeiten in der Gunst bei Investoren häufiger nach unten. Wie üblich an guten Börsentagen, führten zyklische Industrieaktien umgekehrt den Dax an. Spitzenreiter waren MTU mit einem sechsprozentigen Anstieg. Für die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen ging es um bis zu vier Prozent hoch.

Andere Aktien erholten sich überdurchschnittlich, darunter jene von Thyssenkrupp, die ihr Tal kursmäßig seit einigen Tagen verlassen haben. Am Montag rückten sie nochmals um fast sechs Prozent vor. Der kriselnde Industriekonzern erwägt offenbar einen erneuten Versuch, einen Fusionspartner für seine Stahlsparte zu finden. Wie das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf Kreise berichtet, gibt es bereits Gespräche mit Wettbewerbern aus dem In- und Ausland.

RND/dpa

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