Börse: Warum das Coronavirus jetzt auch den Dax nach unten zieht

  • Der deutsche Aktienindex Dax hat Rekordhöhen erklommen.
  • Doch in der neuen Woche dürfte es wieder abwärts gehen.
  • Das Coronavirus drückt die Stimmung bei den Unternehmen - und damit auch die Kurse an der Börse.
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Frankfurt/Main. In der neuen Börsenwoche dürfte es am deutschen Aktienmarkt eher nach unten gehen. Die Luft ist recht dünn geworden, nachdem Dax & Co ungeachtet der Coronavirus-Epidemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen erst vor wenigen Tagen Rekordhöhen erklommen hatten.

Am Freitag sorgte eine überraschend stark vom Virus belastete Stimmung bei US-Unternehmen bereits für deutlichen Abwärtsdruck auch bei deutschen Aktien. Der Dax verlor 0,62 Prozent und sackte ab auf 13 579,33 Punkte. Im Wochenverlauf ergibt sich damit ein Verlust von etwas mehr als einem Prozent.

Börse blickt auf neue Konjunkturdaten

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Der Ausbruch des Coronavirus in China könnte eine Erholung der Konjunktur in Deutschland und neue Impulse für den Arbeitsmarkt verzögern - davon zumindest gehen Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute aus. „Die Frühjahrsbelebung fällt erwartungsgemäß schwach aus“, sagte Marc Schattenberg von der Deutschen Bank. Seine Kollegin Katharina Utermöhl von der Allianz-Gruppe hält sogar ein leichtes Schrumpfen der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal für möglich. Für das Gesamtjahr sieht sie nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent.

Zumindest an der Börse dürfte erhöhte Aufmerksamkeit in der neuen Woche den wenigen Konjunkturdaten zukommen, die auf mögliche Auswirkungen des Coronavirus überprüft werden. Zur Veröffentlichung steht am Montag hierzulande das Ifo-Geschäftsklima für Februar an. Trotz schwächelnder Konjunktur rechnen führende Volkswirte mit einer sinkenden Zahl von Arbeitslosen im Februar - um 5000 auf 2,272 Millionen Menschen bundesweit. Der Beschäftigungsaufbau spiele sich aber ausschließlich im Dienstleistungssektor ab, sagt Allianz-Expertin Utermöhl.

Auf dem Frankfurter Parkett dürfte man genauso gespannt auf globale Trends achten: In den USA dürften vor allem die Auftragseingänge für langlebige Güter in den Blick rücken, die am Donnerstag bekannt gegeben werden. Von Interesse könnten zudem das US-Verbrauchervertrauen am Dienstag und schließlich am Freitag der Chicago Einkaufsmanagerindex sein, der die Stimmung in der Region Chicago wiedergibt.

Auf Unternehmensseite setzt sich in der neuen Woche die Berichtssaison fort. Vor allem aus der zweiten Reihe werden Quartalsbilanzen und Ausblicke veröffentlicht. Doch auch drei Dax-Unternehmen präsentieren ihre Jahreszahlen: Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re (Freitag) sowie die Chemiekonzerne Bayer (Donnerstag) und BASF (Freitag).

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Thyssen: Entscheidung über Aufzugssparte erwartet

Spannend könnten aus der zweiten Reihe auch die Quartalsbilanzen und Ausblicke der Maschinenbauer Dürr und Aixtron sein. Am Donnerstag dürfte zudem Thyssenkrupp im Zuge der Aufsichtsratssitzung des Industriekonzerns erneut im Blick stehen. Erwartet wird eine Entscheidung zur Aufzugssparte, die Thyssen vollständig oder zumindest mehrheitlich losschlagen will. Erst am vergangenen Montag hatte Thyssen informiert, dass der finnische Konkurrent Kone nicht mehr unter den Bietern ist. Übrig sind damit noch zwei Gruppen von Finanzinvestoren.

RND/dpa

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