Börse: Sorge um zweite Corona-Welle in China belastet Dax

  • Chinas nationale Gesundheitsbehörde hat seit Wochen erstmals wieder vermehrt neue Infektionsfälle gemeldet.
  • Die Furcht vor einer zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie ist an der Börse endgültig angekommen.
  • Unter Druck geraten vor allem Titel, die als besonders coronasensibel gelten.
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Frankfurt/Main. Die Furcht vor einer zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie lässt zum Wochenauftakt die Aktienkurse purzeln. Der Dax sackte am Montag im frühen Handel um 2,8 Prozent auf 11.611 Punkte ab. Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte büßte zur gleichen Zeit 2,3 Prozent auf 24.900 Punkte ein. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor derweil 2,9 Prozent. Grund für die Anschläge sind die neusten Nachrichten aus Asien:

Die nationale Gesundheitsbehörde Chinas hatte neue Infektionsfälle gemeldet - nach vielen Wochen, in denen es kaum noch Covid-19-Erkrankungen gegeben hatte. Zu dem neuen Ausbruch war es auf einem Großmarkt Pekings gekommen.

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Die Anleiheexperten der Commerzbank verwiesen zudem darauf, dass die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus in den USA und die der Einweisungen in Krankenhäuser zuletzt einen Rekordanstieg verzeichnet hätten.

"Die Besorgnis über eine zweite Infektionswelle nimmt zu, so dass einige Bezirke Pekings wieder Sperrmaßnahmen eingeführt haben", schrieb Analyst Hao Zhou von der Commerzbank. Erschwerend hinzu kommen für die Börsen Konjunkturdaten aus China: Im Mai erholte sich die Industrieproduktion des Landes nicht so stark wie erwartet.

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Lufthansa und MTU unter Druck

Unter Druck gerieten vor allem solche Titel, die als besonders coronasensibel gelten. Dazu zählen im Dax die der Lufthansa und die Papiere des Triebwerkherstellers MTU Aero Engines. Lufthansa büßten 3,7 Prozent ein und MTU 3,5 Prozent.

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Auch die Aktien der Autohersteller und deren Zulieferer wurden angesichts der Neuinfektionen in China verkauft. China ist nach wie vor ein wichtiger Absatzmarkt für die Branche. Die Verluste reichten von 2,2 Prozent für Continental über 2,9 Prozent bei Infineon bis zu 3,4 Prozent für Daimler.

Papiere von Hugo Boss hielten sich im MDax mit minus 0,5 Prozent vergleichsweise gut. Händler werten es positiv, dass der britische Sportmodeanbieter Frasers Group beim Metzinger Modekonzern eingestiegen ist.

Warten auf die Wall Street

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In wie weit der deutsche Aktienmarkt am Nachmittag auf positive Impulse seitens der Wall Street setzen kann, bleibt aufgrund der Nachrichten aus Asien rund um die neuen Corona-Fälle abzuwarten. Noch am Freitag hatten sich die US-Börsen ein wenig von dem panikartigen Kursrutsch vom Donnerstag erholt. Die wichtigsten Aktienindizes schlossen am Freitag nach einem nervösen Handelsverlauf teils deutlich im Plus.

Letztlich sorgten erfreuliche Konjunkturdaten für Zuversicht: Das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen war im Juni stärker als erwartet gestiegen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial war um 1,90 Prozent auf 25 605,54 Punkte gestiegen, verzeichnete aber dennoch einen Wochenverlust von 5,55 Prozent.

RND/dpa

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