Börse: Dax startet mit deutlichen Verlusten in die Woche

  • Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung der Anleger zum Wochenauftakt nach den Verlusten am Donnerstag weiter kräftig eingetrübt.
  • Die Furcht vor einem Wiederaufflammen der Konflikte zwischen den USA und China belastet neben der Sorge über die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise.
  • Schlechte Quartalsberichte aus den USA komplementieren das schwache Gesamtbild.
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Frankfurt/Main. Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung der Anleger nach den Verlusten am Donnerstag weiter kräftig eingetrübt. Der Dax verliert am Montagvormittag mehr als 3,6 Prozent auf 10.640 Punkte. Zur Sorge über die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, die bereits vor dem verlängerten Wochenende belastet hatte, gesellte sich die Furcht vor einem Wiederaufflammen der Konflikte zwischen den USA und China. Hinzu kamen zahlreiche, wegen der Corona-Krise schwache Quartalsberichte und Unternehmensausblicke.

Die Vorgaben der New Yorker Börsen für den heutigen Wochenauftakt im Dax waren entsprechend schwach. Der US-Leitindex Dow Jones büßte am Freitag 2,55 Prozent auf 23.723,69 Punkte ein. Der marktbreite S&P 500 gab um 2,81 Prozent auf 2830,71 Zähler nach. Der Nasdaq 100 verlor 3,14 Prozent auf 8718,18 Punkte.

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Zudem kamen die Quartalszahlen von Schwergewichten wie Amazon, Chevron und Exxon Mobil bei den Investoren nicht gut an. Im Verlauf der Woche hat der Dow Jones Index einen kleinen Verlust erlitten.

Präsident Donald Trump sorgt einmal mehr für Unruhe

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US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass die Corona-Pandemie ihren Ursprung in einem chinesischen Forschungslabor genommen haben könnte. Auf die Frage eines Journalisten, ob er Informationen gesehen habe, die ihm Sicherheit in dieser Hinsicht gäben, sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus: "Ja, habe ich." Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person, dass Trump erwäge, einem Pensionsfonds der Regierung Investitionen in chinesische Aktien zu verbieten.

“Die Stimmung für Aktien ist wieder angeschlagen”, schrieb CMC-Analyst David Madden mit Blick auf die Aussage Trumps. Angesichts von 30 Millionen Arbeitslosen in den USA infolge der Corona-Krise versuche der US-Präsident, China für die Pandemie verantwortlich zu machen. Nun drohe womöglich ein neuer Handelsstreit zwischen den beiden Ländern.

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Die Stimmung der US-Anleger wirkt sich auch am Montag auf den Dax aus. Der deutsche Leitindex büßte am Vormittag mehr als 3,6 Prozent auf 10.460 Punkte ein.

Es sei wohl eine Fehleinschätzung gewesen, dass angesichts der Virus-Krise der Handelskonflikt nur noch ein “Relikt aus alten Zeiten” sei, kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. “Dass nun beide Themen in Kombination die Aktienkurse nach unten befördern können, ist eine neue Erfahrung, die die Anleger mit dem Start in den neuen Börsenmonat machen müssen.” Laut Cutkovic brauchen Anleger daher “in den kommenden Wochen starke Nerven”.

Furcht vor einer zweiten Infektionswelle

Angesichts dieser neuen Eskalation im Verhältnis der beiden weltgrößten Volkswirtschaften rückten die Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus - und damit die Hoffnung auf eine schnellere Wirtschaftserholung - in den Hintergrund. Zudem herrscht nach wie vor auch .

Um marktkonforme 2,6 Prozent büßten die Aktien der Allianz ein, die am Donnerstag nach Börsenschluss ihre Jahresziele gestrichen hatte. Auch die Lufthansa gaben mit minus 2,6 Prozent marktkonform nach. In dieser Woche könnte die Entscheidung über milliardenschwere Staatshilfen und deren Bedingungen fallen.

RND/dpa

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