Börse: Dax-Anleger zeigen sich risikofreudig

  • Der Dax knüpft am Montag an seine jüngsten Kursgewinne an.
  • Zuvor hatten sich bereits am Freitag Anleger an der New Yorker Börse und am Montagmorgen Investoren in Asien risikofreudig gezeigt und für positive Vorgaben gesorgt.
  • Im Fokus steht vor allem wieder Wirecard.
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Frankfurt/Main. Der Dax hat am Montag an seine jüngsten Kursgewinne angeknüpft. Der deutsche Leitindex stieg im frühen Handel um 0,48 Prozent auf 10 956,98 Punkte. Für den MDax ging es am Montag um 0,49 Prozent auf 24 082,83 Punkte nach oben. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, legte ebenfalls etwas zu.

Angesichts der weiteren Normalisierung in der Corona-Krise sind die Vorgaben aus Übersee recht gut: Bereits an der Wall Street am Freitag und am Morgen in Asien blieben die Anleger risikofreudig. Die Märkte legten zu.

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Aussicht auf Corona-Lockerungen stabilisiert Kurse

Selbst desaströse Arbeitsmarktdaten haben am Freitag an der Wall Street deutlichen Kursgewinnen nicht im Wege gestanden. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel heftig, aber nicht ganz so extrem aus wie von einigen Experten befürchtet. So blieb die Stimmung dank der Aussicht auf Corona-Lockerungen und wegen Entspannungssignalen im Streit zwischen den USA und China gut.

Der Dow Jones Industrial baute seine Gewinne im Späthandel nochmals etwas aus und schloss 1,91 Prozent höher bei 24 331,32 Punkten. Er erreichte seinen höchsten Stand seit Ende April und schraubte sein Wochenplus nochmals kräftig nach oben.

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Nachdem zuletzt wieder Sorgen um den Handelskonflikt hochgekocht waren, begrüßten es die Anleger, dass die USA und China an ihrer Teilvereinbarung festhalten wollen. Darauf haben sich Chinas Vizepremier Liu He und der US-Finanzminister Steven Mnuchin sowie der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer laut Chinas Handelsministerium in einem Telefonat verständigt. US-Präsident Donald Trump erneuerte gleichwohl den Vorwurf, dass China für den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie verantwortlich sei.

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Aktuell ist in der Corona-Krise weltweit aber vor allem der Wunsch nach einer Rückkehr zur Normalität groß. Viele europäische Länder wagen zum Wochenstart weitere Schritte. In Deutschland werden in mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Bayern etwa die Auflagen zur Eindämmung des Virus weiter gelockert. Auch große Geschäfte dürfen wieder öffnen, Beschränkungen etwa für gastronomische Betriebe oder im Sport werden gelockert, weitere Schüler kehren an die Schulen zurück.

Stühlerücken bei Wirecard

Im Blick der Dax-Anleger standen zum Wochenauftakt insbesondere die Wirecard-Papiere. Der Zahlungsabwickler reagierte mit einem Vorstandsumbau auf die nicht abreißende Kritik an der Art und Weise der Geschäftsführung. Konzernchef Markus Braun muss zumindest einen Teil seiner Macht abgeben, nachdem Ende April eine mit Spannung erwartete Sonderprüfung der Wirecard-Bücher durch KPMG nicht alle Zweifel an den Geschäftspraktiken des Zahlungsdienstleisters hatte ausräumen können.

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Wie schon länger angekündigt schafft Wirecard ein Compliance-Ressort, das die Einhaltung von Gesetzen und Regeln überwachen soll. Der Bereich wird auf der Vorstandsebene aufgehängt und soll vom Amerikaner James Freis geführt werden. Die Aktien von Wirecard waren mit einem Plus von fast 10 Prozent auf 92,30 Euro der klare Favorit im Dax; allerdings hatten sie vor dem Kurseinbruch infolge der Ergebnisse der KPMG-Untersuchung noch fast 140 Euro gekostet.

RND/dpa

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