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Börsen am Donnerstag: Dax-Anleger reagieren enttäuscht auf Fed-Sitzung

  • Die Aussicht auf eine Fortsetzung der Nullzins-Politik in den USA bis 2023 hat die Anleger an der Wall Street am Mittwoch nur kurz erfreut.
  • Die anfänglichen Gewinne schmolzen bis zum Handelsende beinahe vollständig dahin.
  • Der Dax kann am Donnerstag ebenfalls nur rote Vorzeichen melden. Unter Druck steht vor allem der Autosektor.
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Frankfurt. Enttäuscht haben Anleger am Donnerstag auf die Sitzung der US-Notenbank am Vorabend reagiert. Der Dax rutschte im frühen Handel um 1,33 Prozent auf 13.079 Punkte ab und fiel auf den tiefsten Stand seit Mittwoch vergangener Woche. Am späten Vormittag erholte sich der Leitindex wieder ein bisschen, notierte aber weiterhin im negativen Terrain.

Die Fed will den Leitzins angesichts der Corona-Krise offenbar über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses erwarten überwiegend, dass sich am gegenwärtig niedrigen Zinsniveau bis ins Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird. Z

Zudem will die Fed die milliardenschweren Wertpapierkäufe “mindestens” im bisherigen Tempo fortführen. Das reiche den “geldpolitisch verwöhnten” Anlegern aber nicht mehr, wie ein Händler sagte. An der Wall Street hatte der Leitindex Dow nach der Fed-Sitzung die Gewinne fast vollständig wieder eingebüßt, die Technologiebörse Nasdaq meldete Kursverluste.

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Autosektor unter Druck

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Wie so oft in Phasen schwacher Aktienmärkte geriet der Automobilsektor unter Druck. Im Dax reichten die Kursverluste von BMW, Continental, Daimler und Volkswagen von 1,3 bis 2,3 Prozent. Papiere des Zulieferers Infineon zählten mit minus 2,2 Prozent ebenfalls zu den schwächsten Titeln im Dax.

Grenke-Aktien fielen um weitere 2 Prozent, nachdem sie in den vergangenen beiden Tagen um mehr als 50 Prozent eingebrochen waren. Sie litten erneut unter einer sogenannten Short-Attacke. Der Research-Dienst Viceroy hatte dem Leasing-Anbieter unter anderem Bilanzfälschung vorgeworfen. Grenke weist die Vorwürfe zurück und behält sich rechtliche Schritte gegen den Investor vor, der an fallenden Grenke-Kursen verdient.

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RWE-Aktien gaben belastet von einer gestrichenen Kaufempfehlung der französischen Bank Societe Generale rund zwei Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang Juli nach. Dass Delivery Hero für bis zu 230 Millionen Euro die lateinamerikanischen Aktivitäten des Konkurrenten Glovo übernimmt, stieß an der Börse auf Zustimmung. Gegen die allgemeine Kursschwäche waren die Papiere des Essenauslieferers mit 0,7 Prozent einziger Gewinner im Dax.

Kleine Gewinne an der Wall Street Fed-Entscheid

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der Nullzins-Politik in den USA bis 2023 hat die Anleger an der Wall Street am Mittwoch nur kurz erfreut. Nachdem der US-Leitindex Dow Jones Industrial zunächst um mehr als 1 Prozent in die Höhe kletterte, schmolzen die Gewinn bis zum Handelsende fast vollständig dahin.

Anleger hatten bereits damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins angesichts der Corona-Krise über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen will. Zudem habe Notenbankchef Jerome Powell nach Bekanntgabe der geldpolitischen Entscheidungen keine positiven Überraschungen geliefert - und so für Enttäuschung gesorgt, sagte Edward Moya, Marktanalyst beim Handelshaus Oanda.

Der Dow schloss lediglich 0,13 Prozent höher bei 28 032,38 Punkten. Der marktbreite S&P 500 aber rutschte ins Minus und verlor 0,46 Prozent auf 3385,49 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,67 Prozent auf 11 247,60 Punkte nach unten.

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Börsengang von Snowflake

Auf Unternehmensseite konnten sich die Aktionäre von Fedex dank starker Quartalszahlen über einen Kurssprung von fast sechs Prozent freuen. Damit zählten die Anteilsscheine zu den besten Werten im S&P 500. Mehrere Analysten sahen die Resultate über den Erwartungen und hoben ihre Kursziele für die Papiere des Logistikkonzerns an.

Der Softwarekonzern Adobe hatte ebenfalls positiv überrascht und trotz Corona-Krise einen Rekordwert beim Quartalsumsatz erreicht. Die Papiere büßten Gewinne jedoch schnell ein und fielen am Ende um mehr als vier Prozent, nachdem Anleger Kasse gemacht hatten.

Der Softwarespezialist Snowflake legte derweil ein fulminantes Debüt an der New York Stock Exchange hin. Anleger hatten sich um die Papiere des Unternehmens aus dem kalifornischen San Mateo gerissen, das im boomenden Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet den Marktführern Amazon und Microsoft einheizen will. Der Einstandskurs lag mit 245 Dollar um mehr als das Doppelte über dem Ausgabepreis von 120 Dollar. Die Papiere schlossen bei knapp 254 Dollar.

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Die Firma hatte beim Börsengang zuvor 3,36 Milliarden Dollar eingesammelt und und wurde dabei insgesamt mit mehr als 30 Milliarden Dollar bewertet. Damit stemmte Snowflake die bislang größte Premiere des Jahres am US-Aktienmarkt. Die Erwartungen an das Unternehmen sind groß. Ausnahmsweise beteiligte sich sogar Staranleger Warren Buffett im großen Stil mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway.

Euro nach Fed-Entscheid unter Druck

Der Euro geriet nach den geldpolitischen Entscheidungen der Fed weiter unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1814 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1869 (Dienstag: 1,1892) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8425 (0,8409) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,91423 (0,92095) britische Pfund, 124,72 (125,39) japanische Yen und 1,0753 (1,0768) Schweizer Franken fest.

RND/casc/dpa

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