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Kolumne „Börsenwoche“

Die FTX-Pleite kann die Kryptowelt weiterbringen

Bei FTX sind die Lichter ausgegangen.

Bei FTX sind die Lichter ausgegangen.

Die Kryptowelt ist voller Superlative. Diesen hier hätte man nicht gebraucht: „Noch nie habe ich ein so vollständiges Versagen der Unternehmenskontrollen und ein so vollständiges Fehlen vertrauenswürdiger Finanzinformationen erlebt“, sagte Sanierungsexperte John Ray III nach einer Inspektion der zusammengebrochenen Kryptobörse FTX.

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Alle Klischees werden wahr

Die FTX-Pleite bedient jedes Klischee der Kryptowelt: ein 30-jäh­ri­ger Gründer, der sich als genialischer Elon-Musk-Verschnitt inszeniert; Showstars, Investoren und Medien, die mitmachen; Zocker, die wundergläubig ihr Geld abliefern; undurchschaubare Prozesse voller schwarzer Löcher, in denen mutmaßlich Milliarden verschwinden. Alle, die Kryptowährungen und andere Digitalwerte grundsätzlich für obskur halten, fühlen sich bestätigt.

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Sie irren. Das Scheitern des Sam Bankman-Fried ist Symptom eines Goldrauschs – der wie alles in der Digitalisierung schneller und extremer abläuft als früher. Allein: Vom viel beschworenen „Lehman-Moment“ der Kryptoszene ist wenig zu sehen. Zwar wanken auch andere Plattformen, wo digitale Werte angelegt und Kryptowährungen getauscht werden können, aber vom kollektiven Zusammenbruch ist noch nichts zu sehen.

Die Digitalisierung wird nicht zurückgedreht. Warum auch?

Der Wert des Bitcoin ist unter Druck – seit Monaten und vor allem wegen des Zinsanstiegs. Nach dem FTX-Schock hat sich die bekannteste Kryptowährung bei rund 16.600 Dollar gefangen. Denn niemand glaubt, dass die Digitalisierung ausgerechnet im Finanzsektor wieder zurückgedreht wird. Warum auch?

Es sieht eher aus, als läute der FTX-Skandal die nächste Phase ein: Die Blender und Bastelbuden fliegen aus dem Markt, wer übrig bleibt, hat hoffentlich mehr Vertrauen verdient. Das liegt auch daran, dass die Regulierung des Kryptogeschäfts sicher zumindest dort beschleunigt wird, wo es den Rest der Finanzwelt tangiert.

Stefan Winter ist leitender Wirtschaftsredakteur des RND. Er schreibt an dieser Stelle wöchentlich über Börse, Finanzmarkt, Aufstieg und Fall der Kurse – und über die Unternehmen dahinter.

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