Boeing empfiehlt vorübergehendes Startverbot für alle 737 Max

Nach Europa, Australien und vielen Ländern in Asien haben auch die USA ein Flugverbot für das Boeings Krisenflieger 737 Max erlassen. Nun meldet sich der US-Luftfahrtriese selbst zu Wort: Er empfiehlt ein vorübergehendes Startverbot für alle Maschinen dieses Typs.

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Washington. Der US-Luftfahrtriese Boeing empfiehlt nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien ein vorübergehendes Startverbot für alle Flugzeuge der 737-Max-Reihe weltweit. Boeing teilte am Mittwoch mit, eine entsprechende Empfehlung sei an die US-Luftfahrtbehörde FAA gegangen. Betroffen sei „die gesamte weltweite Flotte von 371 737-Max-Flugzeugen“. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Boeing hat weiterhin volles Vertrauen in die Sicherheit der 737 Max.“

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angeordnet, alle Maschinen des umstrittenen Flugzeugtyps Boeing 737 Max in den USA am Boden zu lassen. Die Order gelte ab sofort, teilte der Präsident am Mittwoch mit.

Trump sagte, die Luftfahrtbehörde FAA werde bald bekannt geben, dass auch Maschinen des Typs Max 9 am Boden bleiben müssten. Alle Maschinen, die derzeit in der Luft seien, würden landen und dann nicht weiter eingesetzt. Piloten und Fluggesellschaften seien entsprechend informiert worden.

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Bisher hatte die FAA versichert, das Flugzeug sei ihrer Einschätzung nach flugtauglich. Auch Boeing-Chef Dennis Muilenburg hatte Trump gesagt, die 737 Max 8 sei sicher. Der Hersteller Boeing wie auch die FAA standen wegen des Festhaltens an der Betriebsgenehmigung zunehmend in der Kritik.

Zuletzt hatte Kanada seinen Luftraum für die Maschinen dieses Typs geschlossen. Der kanadische Transportminister Marc Garneau sagte in Ottawa: „Es ist bedauerlich, aber Sicherheit muss ganz oben auf der Tagesordnung stehen.“

Auslöser der Flugverbote in Europa und Asien war der Absturz einer Maschine der Ethiopian Airlines, bei dem am Sonntag 157 Menschen ums Leben gekommen waren. Der Crash ähnelte einem ersten Unfall mit der 737 Max vor einigen Monaten in Indonesien mit 189 Toten.

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Von RND/dpa/AP