Black Friday: Sieben Fehler, vor denen Schnäppchenexperten warnen

  • Der Black Friday beginnt – und viele Verbraucher hoffen auf ordentliche Rabatte.
  • Verbraucher sollten sich von den Angeboten aber nicht blenden lassen.
  • Wir haben uns unter Schnäppchenexperten und Verbraucherschützern umgehört.
|
Anzeige
Anzeige

Der Black Friday beginnt – und Umfragen zufolge hoffen mehr als zwei Drittel der Deutschen, in den kommenden anderthalb Wochen ein Schnäppchen zu schießen. Für den Handel ist das eine lukrative Angelegenheit: Der Einzelhandelsverband HDE rechnet mit einer weiteren Steigerung der Black-Friday-Umsätze um etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, 3,2 Milliarden Euro könnte der Aktionstag in diesem Jahr in die Kassen des Handels spülen. Allerdings lohnt sich längst nicht jedes Schnäppchen, wie Verbraucherschützer und Vergleichsportale warnen. Die sieben häufigsten Fehler:

Rabatte überschätzen

Händler bewerben am Black Friday gern mal Rabatte von 70 Prozent – was aber oft Mogelpackungen sind. „Das sind Fantasieprozente, von denen sollte man sich nicht beeindrucken lassen“, sagt Georg Tryba, Sprecher der Verbraucherzentrale NRW. Denn in der Realität beziehen sich die Nachlässe meist auf die unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller. An diese hält sich aber auch abseits von Aktionstagen kaum ein Händler. Tryga empfiehlt Käufern deshalb, Angebote im Idealfall mit mindestens zwei unterschiedlichen Preissuchmaschinen im Netz zu vergleichen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Günstige Angebote für alle Artikel erwarten

Zum Black Friday locken die beteiligten Händler mit Sonderangeboten in fast allen Kategorien. Doch je nach Rubrik fallen die Preisnachlässe unterschiedlich aus. Bei Küchen- und Kaffeemaschinen hat Check 24 in der Vergangenheit eigenen Angaben zufolge ordentlich Preisnachlässe gemessen. Auch bei Mode seien „echte“ Reduzierungen um bis zu 50 Prozent denkbar, schildert Bernhard Langwallner, Geschäftsführer von Check-24-Shopping. Bei Smartphones und Spielwaren sei die Preisdynamik hingegen weit weniger ausgeprägt, so Langwallner. Eine weitere Beobachtung des Vergleichsportals: Je jünger ein Artikel ist, desto weniger wird am Preis gedreht.

Unvorbereitet shoppen

Die Rabatte am Black Friday sind verlockend, manch ein Artikel steht vielleicht schon länger auf der Wunschliste. „Nicht jeder Preis ist ein Bestpreis“, warnt aber Langwallner. Er rät dazu, bei Interesse schon jetzt Artikel zu beobachten und dabei Preissuchmaschinen zu benutzen. Auch Tryga hält wenig von Spontankäufen. Klüger sei es, zunächst einmal zu hinterfragen, ob überhaupt wirklich Bedarf für die gewünschten Dinge besteht. Außerdem sei es empfehlenswert, vor dem Kauf unabhängige Testberichte zu studieren. Denen sollten Käufer gegenüber Internetbewertungen grundsätzlich den Vorzug geben, betont Tryga.

Anzeige

Auf einzelne Wünsche festgelegt sein

So konkret die Träume auch sind – bei Rabattaktionen ist es unklug, auf einzelne Artikel festgelegt zu sein. Klüger sei es, mehrere Alternativen zu haben, sagt Langwallner. „Bei zwei bis drei Artikeln ist die Chance schlicht höher, auch wirklich etwas Reduziertes zu bekommen“, sagt der Preisvergleichsexperte.

Anzeige

Zum Kaufabschluss drängen lassen

Ein Countdown zählt runter, der Fortschrittsbalken warnt, dass gleich die letzte Ware verkauft ist – für Tryga wäre das trotzdem kein Grund, bei einem vermeintlich bald ablaufenden Angebot zuzuschlagen. Nach zahlreichen Stichproben hat die Verbraucherzentrale ihm zufolge herausgefunden, dass Artikel trotz entsprechender Warnungen auch nach Ablauf von Countdowns und Ähnlichem verfügbar sind. Wer sich unbedingt zum schnellen Kauf verleiten lassen will, sollte das deshalb bei Händlern tun, bei denen er stornieren kann, rät der Verbraucherschützer. Denn das mache es möglich, den Kauf ohne Mehrkosten rückgängig zu machen, wenn doch noch ein besseres Angebot auftaucht.

Auf Betrüger hereinfallen

Im Onlinehandel haben auch Betrüger den Black Friday entdeckt – und wollen einen Anteil am 3,2 Milliarden Euro schweren Schnäppchengeschäft. Die Onlinesicherheitsexperten von Avira warnen davor, dass Internetbetrüger zwischen Black Friday und Weihnachten am aktivsten seien. Allein das Aufkommen an Phishing-Mails stieg demnach in der vergangenen Weihnachtszeit um 60 Prozent. Tryga warnt deshalb vor Onlineshops, die Vorkasse verlangen. Sicherer seien Zahlungswege wie Rechnung, Kreditkarte oder Zahlungsdienstleister wie Paypal und ähnliche Anbieter.

Die Aktionstage zu ernst nehmen

Eigentlich sind Kunden nicht auf Aktionstage wie den Black Friday und den Cyber-Monday angewiesen. „Heutzutage ist immer Schnäppchenzeit“, sagt Tryga. Auch Langwallner relativiert die Bedeutung der Tage: Zwar sehe Check 24 zu dem Zeitpunkt eine erhöhte Kundennachfrage und mehr reduzierte Artikel als sonst. „Es gibt aber auch unterjährig sehr gute Angebote. Und es ist nicht so, dass das am Black Friday zwangsweise die Tiefpreisangebote des Jahres sind.“

Anzeige