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Kryptowährung: Finanzmärkte im Bitcoin-Rausch

  • Sie bestehen nur aus Bits und Bytes, doch für manche Anleger funktionieren Kryptowährungen wie digitales Gold.
  • Die größte und älteste erlebt derzeit einen Höhenflug.
  • Dennoch raten Experten Anlegern zur Vorsicht in Sachen Bitcoin.
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Frankfurt. Die Aktienerholung nach dem Corona-Crash ließ die Experten staunen. Doch sie war nichts gegen den Aufstieg des Bitcoin: Die Digitalwährung, deren Wert abgerutscht war wie alle anderen, kostete Mitte März weniger als 5000 Dollar. Jetzt sind es rund 46.000 Dollar – das macht mehr als 800 Prozent Rendite in nicht einmal einem Jahr. Seit Wochen reiht sich Rekord an Rekord, den jüngsten Schub brachte die Mitteilung von Tesla, dass der Autobauer Bitcoins im aktuellen Wert von 1,5 Milliarden Dollar gekauft hat. Innerhalb von Stunden ging es mit dem Wert aufwärts – zuletzt aber auch wieder abwärts. Solche Schwankungen sind beim Bitcoin allerdings nicht ungewöhnlich. Vor zwei Jahren etwa halbierte sich der Wert innerhalb von zwei Wochen.

Blockchain gilt als Schlüsseltechnologie der Zukunft

Den Ruf des Zockermarkts sind die Bitcoin-Börsen nie wirklich losgeworden. Auf den privaten Handelsplätzen mangelt es an Liquidität, der Kurs schwankt dramatisch, Plattformen gingen pleite oder verschwanden einfach. Doch die größte und älteste Digitalwährung – entwickelt während der Finanzkrise 2008 – ist geblieben und findet zunehmend ihren Weg in die seriöse Wirtschaft. Denn niemand zweifelt daran, dass sich die Idee einer digitalen Währung durchsetzen wird. Und die dahinter stehende so genannte Blockchain gilt als Schlüsseltechnologie der Zukunft.

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Einem Ritterschlag kam es gleich, als der große Bezahldienst Paypal seinen US-Kunden den Handel mit Kryptowährungen ermöglichte. In diesem Jahr sollen auch Transaktionen in Bitcoin möglich werden. Tesla ist mit seiner Ankündigung, die Währung auch als Zahlungsmittel zu akzeptieren, also nicht ganz vorn. Auch als Anlageobjekt werden digitale Währungen ernster genommen. So hat etwa der große Vermögensverwalter Fidelity einen Fonds aufgelegt, der in Bitcoin investiert.

Bitcoin bedient ähnliche Instinkte wie Gold

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Bei Anlegern scheint die Digitalwährung – neben der Freude am Zocken – ähnliche Instinkte anzusprechen wie Gold: Je unruhiger die Welt ist, je größer das Misstrauen in Politik und Finanzsystem, desto höher steigt der Wert. Wie Gold ist der Bitcoin aufgrund einer künstlichen Mengenbegrenzung von maximal 21 Millionen Einheiten knapp. Beide Werte bewegen sich oft unabhängig von anderen Anlageklassen, können also der Absicherung dienen. Und wie eine Münze oder ein Barren können Kryptowährungen anonym abseits regulierter Handelsplätze getauscht werden. Anleger, die staatliche Maßnahmen, eine Hyperinflation oder einen Zusammenbruch des Finanzsystems fürchten, wollen so in ein unkontrolliertes Parallelsystem flüchten. Die Kehrseite ist allerdings, dass diese Eigenschaften auch zur Finanzierung von Straftaten und Terror genutzt werden.

Auch andere Schwächen des Bitcoin-Konzepts werden nicht so leicht zu beheben sein. Als Zahlungsmittel ist es weitgehend ungeeignet, denn die Zahl bleibt begrenzt, die Erstellung im Computer braucht viel Energie, und es sind viel zu wenig gleichzeitige Transaktionen möglich. Und auch als Finanzanlage bleibt der Bitcoin umstritten. Analysten der US-Bank JP Morgan trauen dem Bitcoin durchaus zu, auf längere Sicht eine Art Goldersatz zu werden. Aber dafür müsse er seine Kursentwicklung verstetigen. Denn wegen des engen Marktes bleiben die Schwankungen extrem. Auf der einen Seite hat sich der Wert mehrmals in kurzer Zeit vervielfacht – 2017 ging es in einem halben Jahr von 2000 auf 19.000 Dollar hinauf. Aber mehrmals stürzte er steil ab – Anfang 2018 etwa von 19.000 auf 6000 Dollar. Schwankungen um 5 oder 10 Prozent innerhalb weniger Stunden sind keine Seltenheit.

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Die Maxime heißt: Vorsicht bei Kryptowährungen

So steht die Zukunft des Bitcoin auf wackligem Fundament. Die Experten von der Dekabank sprechen gar von einem „Spekulationswahnsinn“. Als Finanzanlage und erst recht als Zahlungsmittel ist die Kryptowährung jedenfalls höchst strittig. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass viele Zentralbanken den Ansatz des Bitcoin aufgreifen und eigene Digitalwährungen anstreben. Vielmehr dürfte das die Position der Alternativwährung schwächen: Sollte sich die Idee digitalen Notenbankgeldes durchsetzen, würde für Bitcoin und Co. eine starke Konkurrenz entstehen. Ein Grund mehr, mit der Anlage in Kryptowährungen vorsichtig zu sein.

RND/mit dpa

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