Biozahnpasten – wie gut sind sie?

  • Im Supermarkt können Kunden beim Kauf von Zahnpasta aus dem Vollen schöpfen.
  • Inzwischen bieten auch einige Naturkosmetikhersteller Zahncreme an.
  • Beim Kauf von Zahnpasta sollten Verbraucher auf eine ausreichende Menge an Fluorid achten.
Laura Beigel
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Der Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg gilt als Erfinder der Zahnpasta. Auf einem Dachboden füllte er 1907 die erste, selbst zubereitete Zahncreme in Metalltuben ab, die er “Chlorodont” nannte. Seitdem ist das Sortiment stetig gewachsen. Ob Zahnpasta für weißere Zähne oder empfindliches Zahnfleisch – die Supermarktregale erfüllen Kunden jeden Wunsch.

Auch die Naturkosmetikindustrie hat das Thema Zahngesundheit für sich entdeckt. Die Hersteller werben mit pflanzlichen Rohstoffen aus biologischem Anbau. “Unsere Zahnpasten sind nach Natrue zertifizierte Naturkosmetik mit Bio-Inhaltsstoffen aus eigener Herstellung”, schreibt die Naturkosmetikfirma Lavera auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland. “Natrue ist der höchste Standard in der Naturkosmetik, bei dem ausschließlich natürliche und naturnahe Inhaltsstoffe verwendet werden dürfen." Auch die Firma Alviana betont, dass ihre Produkte “Rohstoffe aus biologischem Landbau” enthalten.

Wirkstoffe sind auf der Verpackung aufgeschlüsselt

“Pflanzliche Inhaltsstoffe und Extrakte können zwar grundsätzlich eine Wirkung zeigen, aber in Zahnpasten sind diese in so geringen Konzentrationen enthalten, dass das nichts bringt”, warnt Prof. Stefan Zimmer, Leiter des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Witten/Herdecke.

Welche Substanzen in einer Zahnpasta enthalten sind, können Kunden auf den Verpackungen nachlesen. Dort sind die Inhaltsstoffe abfallend nach ihren Konzentrationen sortiert. Besonders beachten sollten Verbraucher die Konzentration von Fluorid.

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Fluorid beugt Karies vor

Für eine gute Mundhygiene ist dieser Inhaltsstoff unerlässlich. “Eine Zahnpasta mit Fluorid kann Karies um bis zu 50 Prozent reduzieren", sagt Zimmer, “und zwar nur dadurch, dass man die Zahnpasta zweimal täglich in Kontakt mit den Zähnen bringt.” Die Reinigungseffekte kämen noch hinzu.

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Fluorid macht die Zähne widerstandsfähiger gegen Säuren, die von Bakterien produziert werden und Karies verursachen. Bei leichten Zahnschäden sorgt der Wirkstoff zudem dafür, dass die beginnenden Schwachstellen im Schmelz repariert werden.

Auf die Dosierung kommt es an

Wichtig ist die richtige Konzentration: So sollten Zahnpasten für Erwachsene beispielsweise 1450 ppm Fluorid und für Kinder unter sechs Jahren 1000 ppm Fluorid enthalten. Bei Kindern ist außerdem die Dosierung entscheidend: “Kinder bis zwei Jahre sollten nur mit einer reiskorngroßen Menge putzen, Kinder zwischen zwei und sechs Jahren mit einer erbsengroßen Menge”, rät Zimmer.

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Es gibt aber auch Zahnpasten, bei denen ganz bewusst auf Fluorid verzichtet wird – auch bei Naturkosmetikprodukten. Die Stiftung Warentest hat in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Testbericht gleich mehrere Biozahnpasten mit mangelhaft bewertet, weil sie zu wenig oder gar kein Fluorid enthielten.

“Gerade weil Fluoride in vielen Stoffen, die täglich in unseren Organismus geraten, enthalten sind – wie zum Beispiel in Wasser, Getränken und Nahrungsmitteln –, fürchten viele Verbraucher mit der zusätzlichen Verwendung einer fluoridhaltigen Zahncreme die Schwelle zur ‘Überdosis’ zu überschreiten”, schreibt Lavera. Denn in größeren Mengen kann der Wirkstoff giftig sein.

Bei Putzschäden den Zahnarzt zurate ziehen

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“Eine Überdosierung im Sinne einer toxischen Wirkung – das kriegen Sie mit Zahnpasta gar nicht hin”, sagt Zimmer. Er warnt jedoch davor, dass bei einer Überdosis durchaus eine Zahnfluorose auftreten kann. Dabei können weißliche Verfärbungen auf den Zähnen entstehen. “Das Risiko ist zwar sehr gering, aber es kann passieren."

Jeder müsse am Ende selber entscheiden, welche Zahnpasta er oder sie für die richtige hält, meint der Zahnmediziner. “Wenn man aber feststellt, dass Putzschäden an den Zähnen auftreten, sollte man sich bei seinem Zahnarzt oder seiner Zahnärztin beraten lassen, ob man vielleicht eine falsche Putztechnik oder eine zu aggressive Zahnpasta verwendet”, rät Zimmer.

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