Dementi der Werft: Bill Gates offenbar doch nicht Besitzer der neuen Superjacht

  • Eine niederländische Werft hat eine Superjacht entwickelt, die mit Wasserstoffantrieb unterwegs ist.
  • Der 112 Meter lange Vergnügungsdampfer ist das weltweit erste Schiff dieser Art.
  • Dass Bill Gates das Schiff gekauft haben soll, stimmt aber wohl nicht.
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Die „Aqua“ sind 112 Meter Luxus – die aus ökologischer Sicht womöglich besser abschneiden, als manch deutlich kleinere Jacht. Denn der neue, 644 Millionen Dollar teure Vernügungsdampfer wird mit Wasserstoff angetrieben und ist damit die erste Jacht dieser Art.

Zuletzt hieß es in zahlreichen Medienberichten, Microsoft-Gründer Bill Gates habe das Schiff gekauft. Das stimmt aber nicht, wie nun der Hersteller Sinot betont. Es gebe keine Geschäftsbeziehung mit Gates, der Multimilliardär habe mit der „Aqua“ nichts zu tun, heißt es. Auch schreibt Sinot, dass es sich bei dem Schiff noch um ein Konzept handelt.

Minus 253 Grad im Tank

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Das ist allerdings ziemlich fortschrittlich, schließlich tankt die „Aqua“ aus der niederländischen Werft minus 253 Grad kalten Wasserstoff statt Diesel oder Schweröl. Den flüssigen Wasserstoff wandelt eine Brennstoffzelle in Strom um, der das Schiff und den Elektroantrieb versorgt.

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Einschränkungen bringt die neue Antriebsart einem Bericht des „Guardian“ zufolge nicht mit sich: Die Jacht bringt es auf 17 Knoten (30 km/h), eine passable Geschwindigkeit für Schiffe dieser Art.

Am Luxus wurde nicht gespart

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Auch am Luxus wurde nicht gespart: Auf fünf Decks beherbergt die „Aqua“ unter anderem ein Fitnessstudio, einen Wellnessbereich, einen Swimmingpool sowie einen Beautysalon und einen Hubschrauberlandeplatz. Das Schiff soll auf 14 Passagiere und 31 Besatzungsmitglieder ausgelegt sein.

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Die Aufbauten sind fast alle auf dem Heck zu finden.  @ Quelle: picture alliance / Sinot/Cover I

Eine weitere Stärke der „Aqua“: Eine Tankfüllung soll 6000 Kilometer Reichweite mit sich bringen – was mit Wasserstoff als Energieträger durchaus möglich ist. In Deutschland wird derzeit deshalb darüber diskutiert, die Industrie bei der Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologien auch staatlich zu unterstützen.

Wasserstoff ist auch in Deutschland Thema

Einzelne Konzerne schielen außerdem darauf, Autos mit Wasserstoff zu betanken, anstatt auf Batterien zu setzen. Bislang zeichnet sich das aber eher für große und schwere Fahrzeuge wie Lkw und Busse ab. Und auch dabei gibt es noch große Hemmnisse: In Deutschland gibt es quasi kaum Wasserstofftankstellen. Auf den Weltmeeren dürfte es kaum besser aussehen.

Und selbst wenn sich das ändert, bleibt ein weiteres Problem: Bislang wird Wasserstoff überwiegend aus Erdgas gewonnen, ist also genauso wenig nachhaltig wie andere Treibstoffarten. Mittelfristig ist aber eine Erzeugung aus Wasser mittels Elektrolyse möglich. Mit so gewonnenem Wasserstoff betankt wäre die „Aqua“ wohl die grünste Jacht der Welt – abseits von Segelschiffen.

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