BGH: Wenigermiete.de darf für Mieter klagen

  • Onlineportale wie Wenigermiete.de dürfen die Rechte von Mietern vertreten.
  • Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Grundsatzurteil entschieden.
  • Die Dienstleister haben keine Rechtsanwaltslizenz – sie treten als Inkassounternehmen auf.
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Karlsruhe. Angebote von Internetdienstleistern wie Wenigermiete.de zur Durchsetzung von Mieterrechten sind nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zulässig. Die im verhandelten Fall zwischen Mieter und Wenigermiete.de vereinbarte Abtretung ist wirksam, entschied der VIII. Zivilsenat am Mittwoch in Karlsruhe und verwies den Fall an das Landgericht Berlin zurück.

Wenigermiete.de ist ein Angebot der Berliner Firma Lexfox und hat sich auf Streitigkeiten um Schönheitsreparaturen, Mietminderung oder zu hohe Mieten spezialisiert. Solche Portale haben keine Rechtsanwaltslizenz, sondern setzen die Verbraucherrechte für ihre Nutzer als Inkassounternehmen durch. Kosten entstehen für den Mieter nur bei Erfolg.

Landgericht Berlin hielt Firma für nicht klagebefugt

Im konkreten Fall versucht Wenigermiete.de, für einen Berliner Mieter eine zu hoch angesetzte Miete zu drücken. Die Richter am Landgericht Berlin hatten die Klage abgewiesen, weil sie Lexfox nicht für klagebefugt hielten. (Az. VIII ZR 285/18)

RND/dpa