BGH-Urteil: Und wer kontrolliert die Instagram-Stars?

  • Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass Influencer und Influencerinnen auf Instagram nicht jedes Produktfoto als Werbung kennzeichnen müssen.
  • Wohl aber die, für die Geld geflossen ist.
  • Die Regelung ist logisch, einige Fragen bleiben aber offen, kommentiert Anne Grüneberg.
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Eigentlich macht es schon das Wort klar: Influencer und Influencerinnen beeinflussen ihre Follower. Was sie tragen, ist angesagt. Was sie kochen, ist in der Instagram-Welt Trend. Dass Produkte, die sie zeigen, einen Einfluss auf die Kaufentscheidung vieler Menschen haben, müsste also jedem von vornherein klar sein.

Trotzdem handelt es sich nicht immer um Werbung, wie jetzt der Bundesgerichtshof festgestellt hat.

Das ist einerseits gut. Denn die Welt von Instagram ist eine Welt des Konsums. Würden Influencer und Influencerinnen verpflichtet, hinter jeden Post das Wort „Werbung“ oder „Anzeige“ zu schreiben, würde das nicht zu mehr Transparenz, sondern nur zu mehr Verwirrung führen.

Wenn Geld fließt, ist es Werbung

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Laut dem BGH-Urteil müssen Influencer und Influencerinnen aber Beiträge kennzeichnen, für die Geld geflossen ist – und das ist wichtig. Denn in diesem Fall handelt es sich definitiv nicht um eine freie Meinungsäußerung, sondern um ein Geschäft zwischen zwischen einem Unternehmen und einem Unternehmer. Das muss klar gekennzeichnet werden, auch um jugendliche Instagram-Nutzer zu schützen, die vielleicht noch unbedarfter mit dem Medium umgehen.

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Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wer eigentlich kontrollieren kann, ob Geld geflossen ist. Denn Influencer und Influencerinnen werden ja nicht nur pro Beitrag bezahlt. Manche haben einen Jahresvertrag als Werbebotschafter und bekommen einmal im Jahr eine feste Summe. Manche dürfen die Kleidung, die sie tragen, behalten oder werden auf Reisen eingeladen. Hier werden Grauzonen bleiben.

Auch Instagram-Stars müssen sich an Regeln halten

Dennoch ist wichtig, dass der Verband Sozialer Wettbewerb bis zum obersten Gericht geklagt hat. Denn nur so wird der Fokus darauf gerichtet, dass in dieser Instagram-Welt viel Geld verdient wird. Und das sich auch die Stars dieses relativ neuen Mediums an Regeln halten müssen.

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