• Startseite
  • Wirtschaft
  • Beste Altersvorsorge mit Jamaika, Ampel oder Schwarz-Rot? So sind Anleger für jede Regierung gewappnet

Jamaika, Ampel oder Schwarz-Rot? So sind Anleger für jede Regierung gewappnet

  • Die gesetzliche Rente und die staatlich geförderte Riester-Rente müssen in den kommenden Jahren reformiert werden.
  • Wie genau, das entscheidet sich bei den Verhandlungen über eine neue Regierung.
  • Wer nicht so lange warten will, tut gut daran, sich möglichst unabhängig von der Politik zu machen.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die Bundestagswahl ist vorbei, die Unsicherheit bleibt – vor allem im Hinblick auf Geldanlage und Altersvorsorge. Unternimmt der Staat etwas gegen die ansteigende Inflation? Kommt die Aktienrente? Wie werden die Sozial­versicherungen reformiert? Hat die Riester-Rente noch eine Zukunft?

Diese Fragen und viele andere für Anleger hochrelevante Fragen werden bei den Sondierungs- und auch bei den Koalitions­verhandlungen in den nächsten Wochen eine wichtige Rolle spielen – Ausgang ungewiss.

Wer in diesen Tagen Geld investieren oder für das Alter vorsorgen will, wird daher mit einer gewissen Unsicherheit leben müssen. Nichts zu tun ist in den meisten Fällen trotzdem keine gute Option. Die meisten Experten raten, sich so weit wie möglich unabhängig von der Politik zu machen. Der einfachste Weg dazu sind Aktienfonds und ETFs.

Anzeige

„Leider wurde in Deutschland in der Breite nie ein ökonomisch begründetes Verständnis dafür entwickelt, was einen Aktionär beziehungsweise das Investieren in ein Unternehmen ausmacht. Und warum das besser ist, als Schuldner eines Staates zu sein“, sagt Alberto del Pozo, Geschäftsführer des digitalen Vorsorgespezialisten Mypension, dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). Man müsse heute den Menschen viel plastischer vor Augen halten, „dass man lieber – wenn auch nur zu einem winzigen Teil – Eigentümer von Apple oder Amazon sein sollte, als sein Geld an Olaf Scholz zu verleihen“, so der Experte.

Der Berliner Privatinvestor Christian W. Röhl sieht ebenfalls unverändert in der Börse einen guten Weg, Geld langfristig solide anzulegen. Seiner Einschätzung nach wird die Börse für deutsche Anleger unverändert attraktiv bleiben. Grundsätzlich allerdings rät Röhl dazu, Investments nicht auf einen Markt zu beschränken, sondern breit zu streuen. „Globale Diversifikation bei der Aktien­anlage ist der beste (und günstigste) Risiko­puffer“, sagt der Investor.

Video
Rot oder Schwarz: Sondierungsgespräche vor erster Entscheidung
1:24 min
Die erste Sondierungsrunde neigt sich dem Ende zu. Danach müssen vor allem FDP und Grüne Farbe bekennen: Rot oder Schwarz.  © dpa
Anzeige

Grüne Aktien bleiben im Fokus

Vor allem Aktien von Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit setzen, bergen große Chancen, etwa im Bereich Erneuerbare Energien oder Klimaschutz­technologien. Viele Finanzmarkt­experten wie beispielsweise Huub van der Riet von der Fonds­gesellschaft „NN Investment Partners“ sehen die Bekämpfung des Klimawandels als größte Herausforderung der kommenden Jahre an – auch im Investment­bereich.

Anzeige

Man setze daher auf Unternehmen, „die aktiv gegen den Klima­wandel vorgehen, indem sie Lösungen für eine saubere Energie­wende einsetzen und lege einen besonderen Schwerpunkt auf Investitionen in Titel aus der Solar-, Wind- und Energieeffizienz­branche, sagt van der Riet. „In diesem Bereich werden immer mehr Unternehmen ihre Profitabilität durch technologische Entwicklungen und zunehmende Größe verbessern“, ist der Experte sicher.

Andreas Gilgen von Bank Alpinum sieht ebenfalls aktuell keine Alternative zu Aktien als Anlage. Schlussendlich sei bei Anlagen die Qualität der entscheidende Faktor, so Gilgen. „Unternehmen, die mit einem guten Produktangebot im Markt breit diversifiziert sind und jährlich gute Gewinne einfahren, bleiben gute Unternehmen, auch wenn der Aktienkurs kurzfristig deutlich fällt oder ein Quartalsresultat nicht ganz den Erwartungen entspricht.“

Ruhe bewahren hilft immer

Für den Anlageerfolg sind laut Gilger mehrere Faktoren entscheidend, etwa eine gute Portfolio­diversifikation sowie eine konsequente und langfristige Anlage­strategie. Auch sei es hilfreich, das Herden­verhalten der anderen (Anleger) richtig zu interpretieren und entsprechend zu agieren – was zugegebener Maßen nicht immer ganz leicht ist. Bei einer gerade unter Kleinanlegern weit verbreiteten Strategie rät der Experte hingegen zur Vorsicht: „Auf die vergangenen Gewinner setzen, ist eine Strategie, nicht aber zwingend eine Erfolg versprechende.“

Alberto del Pozo warnt Anleger vor „irrationalen Drangphasen“, sprich völlig uninformiert und unvorbereitet in den Aktienmarkt zu strömen, weil man das Gefühl hat, „etwas zu verpassen“. Er nennt hierbei das jüngste Beispiel Gamestop. „Die Verluste waren dann quasi vorprogrammiert und bestärkten den sowieso schon ausgeprägten Sicherheits­charakter vieler Bürger hierzulande.“

Am Ende sollte ein Anleger, wohl bei seiner Geldanlage in Aktien, Fonds oder ETFs unter anderem den einen Satz von US-Starinvestor Warren Buffett beherzigen: „Investiere nur in eine Aktie, deren Geschäft du auch verstehst.“

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen