Internationaler Vergleich: Deutschlands Beschäftigte sind am unzufriedensten

  • Nirgendwo sonst sind Beschäftigte unzufriedener als in Deutschland, besagt eine neue Erhebung des Personaldienstleisters Peakon.
  • Die nicht-repräsentative Auswertung deckt sich mit anderen Studien.
  • Schon länger deutet einiges darauf hin, dass die Zufriedenheit von Arbeitnehmer gerade stark abnimmt.
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Es ist keine repräsentative, aber doch eine umfangreiche Erhebung: 80 Millionen Datensätze des Personaldienstleisters Peakon sind in eine neue Erhebung eingeflossen, die die Zufriedenheit von Beschäftigten international misst und vergleicht. Das Ergebnis geht in die gleiche Richtung wie andere Erhebungen: Die Beschäftigten in Deutschland sind unzufrieden - und im internationalen Vergleich sogar Frustweltmeister.

Demnach sind 23 Prozent der Beschäftigten in Deutschland unmotiviert, lediglich Großbritannien kommt mit 22 Prozent in die Nähe dieses Wertes. In den USA hingegen sind es nur 18 Prozent. Dort sind auch die Beschäftigten laut Erhebung am zufriedensten: 45 Prozent der US-Amerikaner gehen motiviert zur Arbeit, ebenso wie in Dänemark.

Beschäftigte in Deutschland immer unzufriedener

Die internationalen Ergebnisse hingen vor allem mit kulturellen Unterschieden zusammen, sagt Martin Daniel, bei Peakon für die Kontakte zu Personalverantwortlichen in deutschen Unternehmen zuständig. „In den USA und in den skandinavischen Ländern herrscht eine andere Kultur der Mitarbeiterführung als in Deutschland. Es gibt zwar keine Schablone, aber viele Ansätze, die sich andere Länder abschauen können, wie zum Beispiel mehr Entscheidungsfreiheit für Arbeitnehmer und noch flexiblere Arbeitszeiten.“

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Dass Beschäftigte in Deutschland derzeit recht unzufrieden sind, hatten zuletzt schon mehrere Erhebungen angedeutet. Die Unternehmensberatung Ernst & Young berichtete zuletzt, der Anteil der sehr zufriedenen Arbeitnehmer sei innerhalb von zwei Jahren von 68 auf 26 Prozent gefallen. Der Anteil der Unzufriedenen sei zugleich von 6 auf 21 Prozent gestiegen.

Gewerkschaften beobachten diese Entwicklung ebenfalls. Dem “Index Gute Arbeit” des Deutschen Gewerkschaftsbunds zufolge berichten immer mehr Mitarbeiter von ausuferndem Stress. Zuletzt hätten 39 Prozent der Beschäftigten von stark gestiegenen Anforderungen im Job berichtet, heißt es dort weiter.

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