Bericht: Wirecards Kerngeschäft schon seit Jahren mit Verlusten

  • Der Skandal um die gefälschten Bilanzen beim Wirecard-Konzern geht weiter.
  • Wie die "Financial Times" berichtet, wollte das Unternehmen mit den mutmaßlichen Luftbuchungen wohl auch auflaufende Verluste im eigenen Kerngeschäft kaschieren.
  • Schon 2018 hatte Wirecard demnach Verlust gemacht, aber für den Gesamtkonzern stetig steigende Gewinne ausgewiesen.
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London/Aschheim. Die mutmaßlichen Luftbuchungen beim insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard sollten nach einem Medienbericht wohl auch auflaufende Verluste im eigenen Kerngeschäft kaschieren.

In Europa und Amerika hätten die direkt unter Wirecard-Kontrolle stehenden Gesellschaften seit Jahren rote Zahlen eingefahren, berichtete die “Financial Times” (FT) am Sonntag unter Berufung auf Anhänge zur Sonderbuchprüfung durch das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG.

Beim Dax-Aufstieg schon mit Verlusten

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Im Jahr 2018, als Wirecard in den Dax aufstieg und die Commerzbank im Leitindex ersetzte, hätten die Geschäfte unter direktem Einfluss Wirecards einen operativen Verlust von 74 Millionen Euro gemacht.

Auch im Jahr davor habe Wirecard in den Bereichen Geld verloren, während die offiziellen Geschäftszahlen für den Gesamtkonzern stetig steigende Gewinne auswiesen. Das Unternehmen wollte die Informationen der Zeitung nicht kommentieren.

Wirecard hatte nach mehrfachen Verzögerungen des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr Mitte Juni einräumen müssen, dass rund 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten auf den Philippinen mit großer Wahrscheinlichkeit nie existiert haben.

Milliarden an Börsenkapital vernichtet

Das Geld war offiziell für das sogenannte Drittpartner-Geschäft in Asien vorgesehen, über das Wirecard nach eigener Darstellung Geschäfte in Ländern ohne eigene Lizenz abwickelte.

Inzwischen hat Wirecard Insolvenz angemeldet. Der Aktienkurs stürzte innerhalb von wenigen Tagen von mehr als 104 Euro auf zeitweise unter 2 Euro ab.

Mehr als 12 Milliarden Euro an Börsenwert wurden nach dem Bekanntwerden des Skandals innerhalb von nur einer Handelswoche vernichtet. Aktuell notiert das Papier bei 2,61 Euro.

RND/dpa/casc

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