Bericht: Tesla will Batteriefertigung in Brandenburg massiv erweitern

  • Die von Tesla geplante Batteriefabrik in Brandenburg soll offenbar deutlich größer ausfallen als bislang bekannt.
  • Wird das Vorhaben umgesetzt, wäre es mit 100 Gigawattstunden die größte Batteriefabrik Deutschlands.
  • Außerdem hat Tesla-Chef Elon Musk die Entwicklung eines kleineren E-Autos angekündigt.
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Tesla-Chef Elon Musk plant offenbar, in Brandenburg eine der größten Batteriefabriken weltweit zu bauen. Der „Welt“ zufolge hat der Tesla-Chef während der europäischen Batteriekonferenz angekündigt, dass die Brandenburger Tesla-Werke eine Kapazität von 100 Gigawattstunden erreichen sollen. Das wäre deutlich mehr als die bislang bekannten 20 Gigawattstunden. Langfristig könnten die Kapazitäten von Tesla in Brandenburg sogar auf 200 oder 250 Gigawattstunden ausgebaut werden, sagte Musk bei der Konferenz.

Zum Vergleich: Die jüngst verkündete Investition des chinesischen Batterieriesen Svolt im Saarland soll auf 24 Gigawattstunden Kapazität hinauslaufen. Der chinesische Hersteller CATL visiert in Erfurt 14 Gigawattstunden an, dort könnten es aber später 100 Gigawattstunden werden.

Die Ankündigung von Musk ist auch ein Erfolg für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Der Christdemokrat hatte im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft zur Batteriekonferenz geladen, die EU hat den Aufbau einer hiesigen Batteriefertigung zum gemeinsamen Ziel europäischer Wirtschaftspolitik erkoren. „Zukünftig sollen die innovativsten und umweltfreundlichsten Batteriezellen aus Europa kommen und Zehntausende Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette entstehen“, sagte Altmaier bei der Konferenz. Die europäische Batterieallianz wird dafür mit 3 Milliarden Euro gefördert.

Kompaktklasse für Europas Automärkte

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Zumindest Musk scheint zur europäischen Batteriefertigung einen Beitrag leisten zu wollen – zusammen mit zwei deutschen Maschinenbauern, die Tesla in der Vergangenheit übernommen hatte. „Viele der fortschrittlichen Produktionsanlagen stammen aus Deutschland und Europa“, sagte Musk laut „Welt“. Es gehe darum, den Preis pro Kilowattstunde deutlich zu senken, sodass sich jeder ein Elektroauto leisten könne. Dafür müsse man die „Maschine, die die Maschine baut“ verbessern, sodass die Produktion effizienter werde.

Bei der Konferenz machte Musk noch eine weitere, überraschende Ankündigung: Er denke über ein neues Modell für den europäischen Markt nach, sagte der Unternehmenschef. Es gebe talentierte Designer und Ingenieure in Europa, die eigene Ideen hätten. „Die wollen nicht nur etwas kopieren, was in Kalifornien designt wurde“, so Musk. Womöglich ist der Schritt aber auch aufgrund der Eigenarten des europäischen Automarktes nötig: „Ich war neulich mit einem Model X in Berlin unterwegs, und wir hatten ganz schön Probleme, einen Parkplatz zu finden, in den das Auto reinpasst“, sagte Musk.

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