Bericht: Coronavirus könnte Übernahme von Condor gefährden

  • Das Coronavirus die eigentlich längst eingefädelte Übernahme von Condor durch die polnische Airline PGL gefährden.
  • Die war eigentlich geplant worden, um die deutsche Airline nach der Insolvenz von Thomas Cook zu retten.
  • Condor selbst sieht allerdings keine Risiken für die Übernahme.
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Frankfurt/Main. Einen Tag vor einer vorentscheidenden Gläubigerversammlung sind Zweifel an der Übernahme des Ferienfliegers Condor durch die polnische LOT-Mutter PGL aufgekommen. In Verhandlungskreisen sei wegen der Coronakrise das Szenario einer Verschiebung oder gar einer Absage angesprochen worden, schrieb das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Mittwoch. Die PGL äußerte sich zunächst nicht.

Hintergrund ist laut Spiegel, dass sich die Zukunftsaussichten der Luftfahrtbranche in den vergangenen Monaten dramatisch verschoben haben. Wie der Spiegel berichtet, weckt das unter anderem Zweifel am - noch vor der Eskalation der Coronakrise vereinbarten - Kaufpreis.

Die Condor selbst geht nach Angaben einer Sprecherin unverändert davon aus, dass am Donnerstag (12. März) die finale Gläubigerversammlung dem Verkauf des Unternehmens an die PGL mehrheitlich zustimmt. Das Amtsgericht Frankfurt bestätigte den nicht öffentlichen Termin im so genannten Schutzschirmverfahren, das dann laut Condor Ende März abgeschlossen werden könnte. Anfang April soll die Übernahme durch die PGL finalisiert und der Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro an die KfW-Bank zurückgezahlt werden.

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Fluglinien in Turbulenzen
1:04 min
Wegen der Ausbreitung des Coronavirus geraten auch viele Fluggesellschaften in finanzielle Probleme.  © Reuters
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Übernahme wegen der Thomas-Cook-Insolvenz

Die Ferienfluggesellschaft sieht sich von der Coronakrise derzeit nicht betroffen. Man fliege nicht in die Risikogebiete und habe bislang keinen einzigen Flug gestrichen, erklärte die Sprecherin. Die Auslastung sei mit rund 90 Prozent stabil. Darüber sei auch die PGL informiert worden.

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Die LOT-Mutter Polska Grupa Lotnicza (PGL) hatte in einem Bieterverfahren den Zuschlag für die einstige Tochter des insolventen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook erhalten. Außer ihr waren noch zwei Finanzinvestoren im engeren Rennen. Die Polen müssen mit dem Kaufpreis, der nicht bekannt ist, auch den vom deutschen Staat verbürgten KfW-Überbrückungskredit über 380 Millionen Euro nebst Zinsen zurückzahlen. Erst nach Zustimmung der Gläubiger zu der Übernahme kann die Condor das derzeit noch laufende Schutzschirmverfahren verlassen.

RND/dpa

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